Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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der Heilbronner Gemarkung durch fremde Unternehmer vermieden werden, ander 
seits sollte der Stadt die Möglichkeit offen gehalten werden, selbst als Bergbau 
unternehmer auf Salz aufzutreten. Um diese Bergbanfrage in einer das Inter 
esse der Stadt gründlich wahrenden Form zu prüfen, wurde eine städtische 
Kommission gebildet, die sich aus dem Oberbürgermeister Wüst und den Gemeinde- 
räten Lichtenberger, Ziegler und Hoffmann zusammensetzte. Diese städtische 
Kommission trat zum ersten Mal aul 11. März 1880 zusammen. Die wirt 
schaftliche Bedeutung der Bergbaufrage machte bald eine Erweiterung der 
städtischen Kommission notwendig, so wurde am 8. April 1881 eine Verstärkung 
derselben durch die Bürgerausschußmitglieder Kies und weniges vorgenommen, 
im folgenden Jahre traten dann die Gemeinderäte Weipert und Doderer und 
die Bürgerausschußmitglieder Buus und Braun in die Kommission ein, die im 
Jahre 1883 nochmals durch die Bürgerausschußmitglieder August Mayer, Coy 
und Feyerabend erweitert wurde. Bei der Beratung juristischer Fragen wurde 
Gemeinderat Klett hinzugezogen. Die städtische Bergwerkskommission Heilbronns 
sollte sich bald zu umfassender aktiver Tätigkeit veranlaßt und gezwungen sehen. 
Am 6. Dezember 1880 wurde in der Kommission bekannt, daß die Kgl. Saline 
Friedrichshall in der Nähe des Ncckarsulmer Bahnhofs an einem Bohrlocki ar 
beitete, das bei Füudigwerden den Württembergischen Staat in den Stand ge 
setzt hätte, eine Mutung ans ein Grubenfeld von 4 im Länge einzulegen. In 
diesem Fall wäre auch Heilbronner Gemarkung bis zum Eisenbahndurchlaß getroffen 
worden. Jetzt hieß es für die Stadt Heilbronn handeln, sollten nicht für im 
mer erhebliche materielle Werte verloren gehen. Die städtische Bergwerkskom 
mission setzte sich insgeheim mit einem westfälischen Bohrunternehmer, namens 
Brattig, in Verbindung, der im Aufträge der Stadt Bohrungen auf Salz vor 
nehmen sollte. Die erforderlichen Kosten wurden von den bürgerlichen Kollegien 
Heilbronns bereitgestellt. An der südlichen Spitze des Hochwasserdammes gegen 
Bückingen, im sogenannten „Fach", wurde das erste Bohrloch angesetzt; nach 
zwei Monaten rastloser Tag- und Nachtarbeit wurde am 1. Juli 1881 zur Ge 
nugtuung aller Beteiligten Salz erbohrt. Die Bohrarbeiten waren von 30m Tiefe an 
mit Dampfkraft betrieben worden; das Salz selbst wurde in einer Tiefe von 
167,5 m angetroffen, wobei man die Mächtigkeit des Lagers mit 11,7 m fest 
stellte. Dieser glückliche Bohrerfolg ergab für die Stadt das Grubenseld „Heil 
bronn", unter welchem Namen die Mutung eingetragen wurde. Einem abermals 
von dem schon genannten „Verein chemischer Fabriken, Mannheim" vorgenom 
menen Mutungsversuch wurde von der Stadt gleichfalls erfolgreich begegnet, 
auch konnte diesmal mit Erfolg auf Grund des Berggesetzes die Entschädigungs 
pflicht des Mutenden geltend gemacht werden. Nach diesem ersten Erfolg der 
Stadt trat einige Ruhe ein und verdient als bemerkenswert hervorgehoben zu 
werden, daß die Stadt Heilbronn keineswegs als eigener, selbständiger Berg 
bauunternehmer aufzutreten beabsichtigte. Alle auf diesem Gebiet von der Stadt 
getroffenen Maßnahmen verfolgten nur den Zweck, die Annäherung fremder 
Salzsucher an das Stadtgebiet zu verhindern. Man glaubte dieses Ziel im 
großen und ganzen erreicht zu haben und sah daher von einem weiteren Vor 
gehen in dieser Richtung ab. Länger als ein Jahr sollte jedoch diese Ruhe 
nicht dauern, dann sah sich die Stadt durch eine erneut auftauchende Konkurrenz 
zu abermaligem Handeln gezwungen. Der städtischen Bergwerkskommission ging im 
Juni 1882 durch das Feldschutzpcrsonal die Nachrichtzu, daß zwischen dem Bahnhof
	        
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