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Neckarsulm und der Neckarau auf dem linken Neckarufer seitens eines bis dahin unbekannten
Unternehmers ein Bohrloch niedergebracht werde. Es verlautete ferner,
daß das dortige Gebiet bereits gepachtet worden sei. Diese Nachricht,
welche der Wachsamkeit des Feldschntzpersonals zu verdanken war, war überaus
wichtig, denn im Falle einer Mutung durch den fremden Unternehmer ging gerade
das zwischen dem städtischen Bergwerkseigentum und dem staatlichen Bergwerk
Neckarsnlm noch freiliegende Feld verloren. Als Unternehmer wurde bald
der hessische Freiherr Perglas von Bensheim ermittelt, neben welchem sich nach
einiger Zeit auch der badische „Verein chemischer Fabriken" gleichfalls auf derselben
Basis betätigte. Gegenüber dieser Sachlage ergab sich für die Stadt
eine nicht unbedenkliche Gefahr und nur ein entschlossenes und schnelles Vorgehen
konnte dieselbe abwenden. Sofort wurde der westfälische Bohrnnternehmer
Brattig abermals für die Stadt verpflichtet und um diesem ein erhöhtes Interesse
an den Bohrungen zu verleihen, wurde Brattig eine Prämie von 1000 Mk.
für früheres Fündigwerden als die beiden Konkurrenten zugesichert. Zwei Monate
währten die anstrengenden und aufregenden, Tag und Nacht dauernden
Bohrarbeiten, bis es am 14. August vormittags 10 1 / 2 Uhr der Stadt zuerst gelang,
Salz zu crbohren. Die sogleich von der Stadt telegraphisch beim Bergamt in
Stuttgart eingelegte Mutung traf nur wenige Stunden vor der des „Vereins
der chemischen Fabriken" ein; wenige Tage später folgte Freiherr von Perglas.
Um die Mutung des letzteren bewarben sich bald die Stadt und der „Verein
chemischer Fabriken" und bei der Wichtigkeit dieser Mutung für die Stadt, die
sonst leicht von einem großen Teil des Neckarufers abgedrängt worden wäre,
entschloß sich die Stadt, zur Erwerbung dieser Mutung, wofür Freiherr von
Perglas durch Gewinnbeteiligung am späteren Erlös entschädigt wurde. Weiter
gelang es der Stadt, ans der Grundlage eines Vertrages das Bohrloch des
„Vereins chemischer Fabriken" in Besitz zu bekommen, wofür die Gesellschaft
andere für sie geeignete Salzfelder zur Abrundung des eigenen Bestandes als
Entschädigung erhielt. Aehnlich führten mit dem württembergischen Staat angeknüpfte
Verhandlungen zu einer Verständigung hinsichtlich der Neckarsulmer
Grenze. Um nicht erneuten Schwierigkeiten entgegenzugehen, entschloß sich
die Stadt sogleich zu einer dritten Bohrung, die am 7. Oktober 1882 erfolgreich
wurde. Auf diese Weise hatte sich die Stadt das gesamte Bergwerkseigentum
zwischen Heilbronn und Neckarsnlm gesichert.
Damit hatten jedoch die Salzbohrungen keineswegs ihren Abschluß gefunden.
Eine Lanffener Gesellschaft, die vorher bei Bückingen ohne Ergebnis nach
Salz gebohrt hatte, faßte Ende 1882 den Plan, bei Neckargartach neue Bohrungen
zu versuchen. Die Gesellschaft hatte hierfür den bisherigen Heilbronner
Bohrnnternehmer Brattig gewonnen, obwohl die Stadt selbst noch an diesen
Unternehmer gebunden war. Um der Stadt jede Schwierigkeit aus diesem Bertragsverhältnis
zu ersparen, schaffte der Gemeinderat Lichtenberger dadurch einen
Ausweg, daß er für seine Rechnung privatim Bohrungen mit einem anderen
Bohrnnternehmer vornehmen ließ. Hierfür wurde der Bohrnnternehmer Schäfermeyer,
der spätere Gründer der Jagstfelder Bohrgesellschaft, gewonnen. Nach
getroffenen Vereinbarungen trat Gemeinderat Lichtenberger etwaige Salzfunde
an die Stadt ab, und zwar gegen Erstattung der Selbstkosten. Diese von
Lichtenberger veranlaßte Bohrung am Böllingerbach wurde mit außergewöhnlichem
Erfolg bereits am 19. Februar 1883 ans Steinsalz in einer Tiefe von