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160 in und mit einer Mächtigkeit von 38 in fündig. Die Mutung wurde sogleich von
der Stadt Heilbronn unter dem Namen Grubenfeld „Heilbronn IV" eingelegt. An
diesem Grnbenfeld war Freiherr von Perglas insofern mitbeteiligt, als man kurz
vorher mit ihm einen Vertrag geschlossen hatte, der eine weitere konkurrierende
Tätigkeit des Freiherrn von Perglas gegen Entschädigung der Mitbeteiligung
verhinderte. Im folgenden Jahre 1883 wurde dann noch eine 5., 6. und 7.
Bohrung durchgeführt, die teilweise schön in die Zeit der Gründungsverhandlnngen
fielen. Eine dieser im Aufträge der Stadt unternommenen Bohrungen hinter
der Böllinger Mühle wurde am 27. April 1883 in einer Tiefe von 158 in
und in einer Mächtigkeit von 36,8 in fündig. Sowohl diese als Grubenfeld
„Heilbronn V" bezeichnete Bohrung, wie auch die zwei letzten Bohrungen —
„Heilbronn VI" bei Biberach mit einer Mächtigkeit von 32 in bei 161 m
Tiefe und „Heilbronn VII" bei Frankenbach mit 20 in Mächtigkeit bei 188,8 in
Tiefe — wurden von der Stadt Heilbronn übernommen. Die beiden letzterwähnten
Bohrungen waren bereits auf Rechnung des zusammengetretenen Kapitalkonsortiums
erfolgt. Die Stadt Heilbronn war so nach einer erfolgreichen
ziveijährigen Bohrarbeit in den Besitz eines Bergwerkseigentums von 16 Millionen
Quadratmetern gekommen, was einer Fläche von einem Quadrat mit
4 km Seitenlänge entsprach. Oertlich ragt das Bergwerkseigentum weit über die
eigentliche Stadtmarkung hinaus. In Norden erstreckt es sich bis Obereisesheim,
im Osten bis an den Fuß des Wartberges, im Süden bis Bückingen, im Südwesten
bis Frankenbach und im Nordwesten bis Biberach.
Ueber den Fassungsinhalt des Salzlagers vom Salzwerk Heilbronn liegen
nach vr. Ernst Jacckh folgende Berechnungen vor. Bei einer verliehenen Abbaufläche
von 16 000000 qm und 40 m Mächtigkeit ergeben sich 640 Millionen obrn
Salz, d. h. beim spezifischen Gewicht -2,13:363 Millionen Tonnen Salz
— 1 363 000 Millionen kg Salz. Rechnet man wegen des notwendigen Stehenbleibens
der Sicherheitspfeiler nur einen Abbau von einem Viertel des Salzlagers,
so verbleiben 340000 Millionen kg Salz als effektive Produktionsmenge.
Nimmt man eine jährliche Förderung von 2 Millionen Zentner oder 1 Million
Doppelzentner oder 100 Millionen kg Salz an, so würde sich für das
„Salzwerk Heilbronn" eine Lebensdauer von 3400 Jahren und bei doppelter
Förderung von 1700 Jahren ergeben. Naturgemäß würde dann eine Reihe
neuer Schächte für den Abbau notwendig werden. Auf jeden Fall ist aus diesen
Berechnungen zu entnehmen, daß die Salzlager nur Heilbronn für Jahrhunderte
ausreichen und so unberechenbare Werte darstellen.
Bildeten so die geschilderten Bohrarbeiten die Einleitung zur Gründung
des „Salzwerkes'Heilbronn", so kommen wir nunmehr zum eigentlichen zweiten
Kapitel, der Finanzgeschichte der Gesellschaft. Auf Grund eingehender bergtechnischer
Untersuchungen kam am 14. Juni 1883 in Baden-Baden zwischen
dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart,
vr. Kilian Steiner und den Heilbronner Stadtvertretern Oberbürgermeister
Wüst, Gemeinderat Lichtenberger und Bürgerausschußmitglied Adolf Feyerabend
folgendes Abkommen zustande. Ein zu bildendes Konsortium „Salzwerk Heilbronn"
sollte an die Stadt für den bewirkten Bohraufwand eine Barzahlung von
100000 Mk. als Entschädigung zahlen. Die zu gründende Gesellschaft trägt
ausschließlich und allein das Risiko. Die Stadt wird am Reingewinn beteiligt
und erhält nach 99 Jahren von der zu errichtenden Aktiengesellschaft das Bergwerkseigentum
zurück.