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läßt. Die amtliche Statistik Württembergs hat nun in bemerkenswerter Weise
gerade über die Lohnverhältnisse der Staatswerke sür eine ganze Reihe von
Jahren planmäßige statistische Erhebungen durchgeführt, die auch die soziale
Seite des Württembergischen Salinenwesens und Salzbergbaues beleuchten.
Allerdings ist nicht zu verkennen, daß Schlußfolgerungen aus Lohnstatistiken stets
mit großer Vorsicht zu ziehen sind, da selbst mit peinlicher Sorgfalt erzielte
Ergebnisse stets nur sekundären Wert besitzen dürften. Wohl niemals wird man
bei einer richtigen Wertung von Lohnstatistiken die Gegenüberstellung geeigneter
Preissätze der wichtigsten Lebensbedürfnisse außer acht lassen dürfen. Hierhin
rechne insbesondere Preisangaben über Hauptnahrungsmittel, sowie die Miets
preise für die Wohnungen. Daneben sind bei der kritischen Wägung von Löh
nen noch einige andere Faktoren zu berücksichtigen, die nur sch ' :n-
stellen sind.
Wir lassen hier zwei uns interessierende Lohnübersichten folgen:
Lohnstatistik der kgl. württ. Salinen 1 ).
Jahr.
Zahl der
Arbeiter.
Zahl der
Arbeitstage.
Gesamt
lohnbetrag.
Lohnbetrag für
einen Arbeiter
pro Tag.
Lohnbetrag für
einen Arbeiter
pro Jahr
M.
M.
M.
1890
284
90 201
220 586
2,44
777
1891
288
93 237
229 616
2,46
797
1892
277
90 148
223 241
2,47
806
1893
270
85 774
212 460
2,47
786
1894
299
94 056
230 764
2,45
772
1895
282
87 854
219 748
2,52
779
1896
275
88 076
227 005
2,58
825
1897
294
92 417
240 284
2,59
817
1898
320
98 564
260 847
2,64
815
1899
316
98 945
261 659
2,64
828
1900
340
103 240
286 776
2,77
843
1901
308
99 801
288 011
2,88
935
1902
274
87 472
271 115
3,09
989
1903
267
85 261
269 597
3,16
1009
1904
270
86 153
278 634
3,17
1013
1905
275
86 422
285 493
3,33
1038
1906
280
89 058
309 309
3,47
1104
1907
310
104 258
366 042
3,51
1180
1908
295
96 077
362 905
3,78
1230
(S- die Tabelle auf S. 19.)
Bei Betrachtung vorstehender Uebersicht ergibt sich zunächst, daß der Berg ='
bau, was durch die Natur der Betriebsart bedingt ist, eine größere Zahl von
Arbeitern als die Salinen beschäftigt. Sehr charakteristisch veranschaulichen
beide Uebersichten die seit 1890 zu beobachtende Lohnsteigerung, welche beson
ders scharf in den Jahreslöhnen zum Ausdruck gelangt. Es hat sich hiernach
eine Lohnsteigerung bei den Salinenarbeitern um 42 %, bei den Bergleuten
um 44,9 % in dem Zeitraum von 1890 bis 1906 vollzogen. An sich stellt
diese Lohnsteigerung keine gerade mit dieser Arbeiterkategorie im Zusammenhang
stehende Besonderheit dar, vielmehr haben sich hier dieselben wirtschaftlichen
Symptome geltend gemacht, welche in den letzten Jahrzehnten mit der zuneh-
1) Württembergische Jahrbücher. Jahr 1900. Teil III. S. 189. Statistisches
Handbuch f. d. Königreich Württemberg. 1906/07. S. 156.