fullscreen: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

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Dichtung. 
macht vereinigt. Aber auch bei Held erwacht in seinen „Gor— 
gonenhäuptern“ (1887) eine Art hellenischer Romantik, und 
Bleibtreu, der hochbegabte, aber überaus wandelbare Vertreter 
eines frühesten Impressionismus, hat nicht nur 1884 einen 
Roman „Der Nibelungen Not“ veröffentlicht, sondern auch in 
seinem „Tiroler Liederbuch“ (1885) begeistert ausgerufen: 
Du dunkles nicht, du helles Mittelalter, 
Ich höre deiner Vogelweide Chor, 
Ich fühle deinen Minneernst, o Walther, 
Und sieh, die Morgensonne flammt empor. 
Leise mitklingende Elemente einer selbständig idealistischen 
und speziell romantisch charakterisierten Richtung wurden dann 
in den achtziger Jahren auch von Otto Brahm, dem Schüler 
Scherers, litterarisch und dramaturgisch als neben dem Natura— 
lismus notwendig erwünscht und vertreten. 
Früher indes und in gewissem Sinne organischer begann 
zu dem impressionistischen Idealismus eine Reihe von Dichtern 
überzuleiten, deren älteste noch vielfach Beziehungen zum 
Klassizismus hatten. Ihr wichtigster und frühester Vertreter 
ist der Graf Schack, der nicht umsonst von den ersten Herolden 
und Vorkämpfern der impressionistischen Revolution, den Ge— 
brüdern Hart, so innig verehrt wurde. Schack hat etwas 
von der Maréesschen Auffassung der Natur wie ja auch ein 
wenig von seinen Schicksalen: die Nation ist ihm gegenüber un— 
dankbar geblieben und wird ihn besser wohl erst verstehen, 
wenn sie, zunächst rein inhaltlich, in den universalen, die 
weitesten Grenzen der Welt seiner Zeit umfassenden Horizont 
— 
hat bei scharfer psychologischer Beobachtungsgabe namentlich 
etwas von der Gegenständlichkeit des späteren vollen Impressio— 
nismus; nur daß er dabei, im Gegensatz zu dem oft hastig— 
nervösen Wesen der Späteren, in ruhiger Monumentalauffassung 
verharrt: ein idealistisches Element, das ihm den Vorwurf 
der Kälte eingetragen hat. 
Nach Schack steht den Neueren schon um ein ganz Er— 
—VV
	        
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