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Kgl. Saline Sulz, sofern sie nickt von der Stadtgemeinde Sulz übernommen
wurde, am 1. Januar 1911 aufgehoben werden müssen. Anders verhielt sich
die erste Kammer, welche mehr für einen Fortbestand der Saline war und ini
übrigen der Regierung vollständig freien Entschluß ließ, ob sie die Saline Sulz
weiterbestehen lassen wolle oder nicht. Von der Regierung trat in der ersten
Kammer der Bergratdirektor Dr. von Klüpfel in der Sitzung vom 5. Juli 1909
warm für die Erhaltung der Saline Sulz ein, die man als eine Filiale der
Saline Wilhclmshall umzugestalten dachte. Benierkt sei, daß die Stadt Sulz
keine Neigung zum Erwerb der Saline zeigte, obgleich die Stadtgemeinde die
große wirtschaftliche Bedeutung der Saline, insbesondere für das städtische Solbad,
nachdrücklich betonte. Unter diesen Umständen hat sich die württembergische
Regierung entschlossen, vorläufig den Betrieb der Saline Sulz aufrechtzuerhalten,
wobei man sich wohl der Hoffnung hingibt, durch Vereinfachung der Verwaltung
und technische Verbesserung der Salinenanlagen die Erträgnisse günstiger szn
gestalten.
8. Kapitel.
Nie kgl. umrtt. Saline Clrmenshall.
Die Saline Clemenshall wurde im Jahre 1757 von einer privaten Gesellschaft
bei dem Pfarrdorf Offenau am Neckar gegründet. Das eigentliche
Eigentumsrecht der Saline befand sich jedoch im Besitz des damaligen Landesherrn
dieses Gebietes, des Hoch- und Deutschmeister-Ordens oder richtiger gesagt,
der Hoch- und Deutschmeister hatte die Erlaubnis zur Errichtung der Saline
nur unter der Bedingung erteilt, daß die Saline nach 40jährigem Bestehen
in das Eigentum des Hoch- und Deutschmeister-Ordens fiel. Von der Gründung
bis zum Jahre 1797 stand die Saline Clemenshall vertraglich in einem
Pachtverhältnis, wobei als Besitzer der Hoch- und Deutschmeister-Orden galt.
In der Tat wurde die Saline Clemenshall nach 1797 auf etwa ein Jahr, bis
zum 2. August 1798 von dem Orden betrieben und verwaltet, an dem genannten
Tage jedoch auf 40 bezw. 50 Jahre abermals einer Gesellschaft in
Pacht gegeben. Hauptpächter war ein Legations-Rat Bertuch. Wir lassen hier
einen wörtlichen Auszug aus dem Pacht-Vertrag folgen, aus welchem alles weitere
zu entnehmen ist'):
„Wir Maximilian Franz von Gottes Gnaden, Erzbischof zu Cvln — Erzherzog
zu Oestreich — Meister des deutschen Ordens in Deutsch- und Wcl-„scheu
Landen usw. urkunden und bekennen hiermit für Uns, Unsern ritterlichen
deutschen Orden, und Unsere Nachfolger, im Hochmeister- und Deutsch-„meisterthum,
„1) daß Wir die nach Erlöschung einer 40jährigen Admvdiation Uns
„eigenthümlich zugefallene Saline auf Offenauer Markung, Clemenshall genannt,
„mit allen dazu gehörigen Gütern, Wohn- und Salzwerk-Gebäuden, auch der
„Schneidmühl und Ziegelhütte, und allen zum Betrieb des Werks und eines
„jeglichen Theils desselben nothwendigen Werkzeugen, nach Ausweis der am
1) I. W. Thon, In welchen Verhältnissen stehet die Saline Clemenshall zur
Königlich Württembergischen Salz-Regie während der Zeit ihres Pachts? Stuttgart
1828, Seite 3 f.