Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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später  um  ein  drittes  vermehrt  wurden,  arbeiteten  zehn  Pfannen.  Von  diesen
;  10  Pfannen  waren  drei  Störpfannen,  die  je  1100  Qnadratfnß  Fläche  besaßen.
V  Die  anderen  7  Pfannen,  mit  je  588  Qnadratfnß  Flächengehalt  dienten  zum
Seggen  des  Salzes.  Das  Siedeverfahren  zeigte  um  diese  Zeit  auf  Clemens-Hall
  gegenüber  den  anderen  Salinen  einige  Abweichungen.  Die  Sole  wurde
hier  in  den  Vorwärmpfannen  zuerst  mit  Alannmehl  bis  zum  Siedepunkt  erhitzt,
um  dann  in  eine  der  Soggepfanuen  übergeführt  zu  werden.  Durch  die  Anwendung ­
  des  Alannmehls  suchte  man  eine  schnellere  Reinigung  der  Sole  zu  erreichen, ­
  auch  glaubte  man  hierdurch  die  Bildung  größerer  Salzkristalle  zu  erzielen. ­
  Der  Verbrauch  an  Alannmehl  bezifferte  sich  jährlich  auf  700  bis  800
Zentner.  Im  Jahre  1848  ging  die  Saline  in  staatliche  Verwaltung  über.
Im  Jahre  1855  befanden  sich  auf  der  Saline  Clemenshall  zwei  Bohrlöcher ­
  im  Betriebe,  wobei  die  Förderung  der  Sole  durch  Wasserkraft  erfolgte.
Für  die  eigentliche  Salzgewinnung  standen  drei  Siedehäuser  zur  Verfügung,
die  mit  10  Siedepfannen  arbeiteten.  Um  die  genannte  Zeit  erzielte  man  im
Siedebetrieb  mit  1  Klafter  Tannenholz  im  Durchschnitt  36  Zentner  Salz.  Der
Bericht  für  den  Haupt-Finanz-Etat  von  1855/58  spricht  sich  dahin  aus,  daß  die
Saline  Clemenshall  ihre  wirtschaftliche  Notwendigkeit  und  Berechtigung  in  dem
Augenblick  verloren  haben  wird,  wo  die  Betriebseröffnung  des  Steinsalzbergwerkes ­
  Frjedrichshall  erfolgt  sein  dürfte.  Diese  Annahme  sollte  sich  in  der
Folgezeit  auch  nach  Eröffnung  des  Bergwerksbetriebes  als  keineswegs  gerechtfertigt ­
  ergeben,  vielmehr  wurde  der  Betrieb  in  dem  alten  Umfange  weitergeführt. ­
  In  dem  Haupt-Finanz-Etat  von  1867/70  wurden  9000  fl.  zur  Verbesserung ­
  der  Siedceinrichtungen  ausgeworfen.  Im  Jahre  1870  befanden  sich
auf  der  Saline  Clemenshall  in  den  3  nebeneinander  gebauten  Siedehäusern
nur  noch  8  Siedepfannen  im  Betrieb.  Auf  der  Saline  Clemenshall  kam  ausschließlich ­
  Bohrlochsole  zur  Versiedung  Z.
Anschließend  hieran  geben  wir  nach  Fehling  das  Ergebnis  der  chemischen
Untersuchung  der  Sole  von  der  Saline  Clemenshall.  Hiernach  enthielten  100
Teile  Sole^):
Chlornatrium  25,9021
Schwefelsaures  Natron  0,0197  mit  0,0111  Schwefelsäure
Schwefelsauren  Kalk  0,4445  „  0,2611  „
Kohlensauren  Kalk  0,0195
Chlormagnium  Spuren
Salze  26.3858
Wasser  73,6142
100,0000
Die  Untersuchung  des  Kochsalzes  zeitigte  folgendes  Ergebnis.  Es  enthielten
100  Teile  Salz:
Chlornatrium  96,686
Schwefelsaures  Natron  0,055  mit  0,03062  Schwefelsäure
Schwefelsauren  Kalk  1,347  „  0,79234  „
Kohlensauren  Kalk  0,050
Wasser  1,862
100,000
            
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