Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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der  Pressen  und  bei  der  Beschneidung  der  Kuchen  nötige  Handarbeit ­
  zu  verringern,  bzw.  ganz  überflüssig  zu  machen.  Hier  war
das  Problem  des  Ersatzes  der  menschlichen  Tätigkeit  durch
maschinelle  viel  schwieriger,  und  man  begann  bald  einzusehen,
daß  eine  vollkommene  Lösung  nur  möglich  war,  wenn  man  von
der  althergebrachten  Form  des  Auspressens  einzelner  kleiner
Saatmengen  zu  Ölkuchen  abging,  das  Samenmehl  vielmehr  vom
Samenwärmer  direkt  und  unverpackt  in  eine  kontinuierlich  arbeitende ­
  Presse  leitete,  welche  dasselbe  zu  Öl  und  Kuchenmehl
auspreßte.  Eine  derartige  Lösung  des  Problems  mußte  ohne
Zweifel  für  die  Techniker  sehr  verlockend  sein,  wäre  doch  damit ­
  der  Ring  geschlossen,  und  man  hätte  nunmehr  in  der  modernen ­
  Ölmühle  eine  Fabrik,  in  welcher  sich  während  des  ganzen
Produktionsprozesses  die  menschliche  Tätigkeit  nur  noch  auf
eine  Überwachung  der  Maschinen  beschränken  würde.
Auch  vom  Standpunkte  des  Nationalökonomen  aus  wäre
eine  vollkommene  Lösung  dieser  Aufgabe  wichtig,  würde  doch
damit  ein  Teil  derjenigen  technischen  Momente,  welche  den  Großbetrieb ­
  in  der  Ölmüllerei  zur  Folge  haben,  wegfallen.  Es  ist  aber  bis
auf  den  heutigen  Tag  trotz  vieler  Versuche  und  Patente  nicht  gelungen, ­
  eine  vollkommene  kontinuierliche  Presse  zu  konstruieren,
denn  auch  die  neueste  derartige  Presse,  die  Valerius  D.  Anderson-Presse
 7 ),  die  vereinzelt  in  Ölfabriken  Eingang  gefunden  hat,  hat
in  bezug  auf  Ölausbeute  und  Qualität  der  erzeugten  Öle  noch
solche  Nachteile  aufzuweisen,  daß  es  ihr  wohl  schwerlich  gelingen ­
  wird,  die  hydraulische  Presse  zu  verdrängen.
Parallel  mit  diesen  Versuchen  zur  Konstruktion  von  kontinuierlichen ­
  Pressen  gingen  Bemühungen,  das  Ziel  der
Herabminderung  menschlischer  Arbeit  auch  bei  den  hydraulischen ­
  Pressen,  wenigstens  so  weit  dies  möglich  war,  durchzuführen, ­
  im  übrigen  aber  diesem  Ziele  dadurch  nahezukommen,
daß  man  durch  Erfindung  maschineller  Hilfswerkzeuge  die  Arbeitsleistung ­
  der  an  diesen  Pressen  tätigen  Arbeiter  verdoppelte,
ja  verdreifachte.
Damit  komme  ich  zur  Entwicklungsgeschichte  der  hydraulischen ­
  Pressen.  Mit  den  in  der  zweiten  Hälfte  des  vorigen  Jahrhunderts ­
  schnell  zunehmenden  chemischen  und  technischen  Kenntnissen ­
  hatte  sich  allmählich  überall  die  Überzeugung  Bahn  ge7 ­

 )  D.  R.  P.  157,  221.
            
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