Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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wurde  zuerst  von  Montgolfier  1819  auf  der  Pariser  Weitausteilung ­
  vorgeführt  und  ist  heute,  allerdings  in  etwas  verbesserter
Form,  nur  noch  in  Marseille  in  Gebrauch,  weshalb  sie  bei  den
Ölmüllern  unter  dem  Namen  „Marseiller  Presse“  bekannt  ist.
Aus  diesen  Packpressen  entwickelten  sich  im  Laufe  der  Zeit
die  heutigen  „Etagenpressen“,  bei  denen  der  Verschleiß  an  Preßtüchem
  gegenüber  den  alten  Pressen  um  ca.  ein  Drittel  herabsetzt ­
 9 ),  die  Produktivität  dagegen,  wie  wir  noch  sehen  werden,
ganz  bedeutend  gesteigert  worden  ist.
Einen  besonderen  Markstein  in  der  Entwicklungsgeschichte
der  Etagenpressen  bildet  die  in  den  achtziger  Jahren  erfolgte
Einführung  der  sogen.  „Kuchenformmaschinen“,  welche  sich  in
den  heutigen  Ölfabriken  meistens  direkt  unter  oder  neben  den
Wärmeapparaten  befinden.  Die  Tätigkeit  dieser  Kuchenformer
besteht  darin,  ein  jedesmal  gleich  großes  Quantum  Samenmehl
zu  formen  und  vorzupressen.  Ihre  Vorzüge  liegen  auf  drei  Gebieten: ­
  einmal  beschleunigen  und  vereinfachen  sie  die  Tätigkeit
des  bedienenden  Arbeiters,  der  jetzt  nur  mehr  die  Preßtücher
auszubreiten,  den  Füllkasten  über  die  Tücher  zu  ziehen  und
die  Tuchenden  zusammenzuschlagen  braucht,  dann  erhöhen  sie
die  jedesmalige  Charge  der  Etagenpressen  dadurch,  daß  sie  den
Kuchen  in  einer  kurzen  Vorpressung  bereits  etwas  zusammendrücken, ­
  und  endlich  vermindern  sie  den  Preßtuchverschleiß,
weil  sie  den  Kuchen  vollkommen  gleichmäßig  formen  und  dadurch ­
  das  Zerren  der  Tücher  in  den  Pressen,  wie  dies  früher
bei  Unterdruckgehen  der  Pressen  häufig  stattfand,  verhindern.
Das  Bestreben  nach  Erhöhung  der  Produktivität  der  Etagenpressen ­
  brachte  in  den  letzten  Jahren  noch  zwei  weitere  NeueDort ­
  werden  sie  von  Hand  aus  einzeln  in  die  Presse  gelegt,  und
zwischen  jedes  Paket  schiebt  der  Arbeiter  eine  eiserne  Platte.  Beim  Verpacken ­
  der  Samenmasse  spielt  die  Geschicklichkeit  des  Arbeiters  eine  große
Rolle;  entstehen  nämlich  dabei  Falten  in  den  Einschlagetüchern,  oder  wird
der  Samen  nicht  vollständig  in  gleicher  Dicke  aufgehäuft,  so  geht  die
Presse  leicht  schief,  worunter  sowohl  die  Presse  wie  auch  besonders  die
Samentücher  leiden.  Da  die  Samenpakete  vollständig  frei  in  der  Presse
liegen,  müssen  die  Preßtücher  den  ganzen  seitlichen  Druck  aushalten  und
sind  auch  aus  diesem  Grunde  sehr  starkem  Verschleiß  ausgesetzt.  Um  ein
Schiefgehen  der  Presse  nach  Möglichkeit  zu  vermeiden,  brachte  man  später
innerhalb  des  Preßraumes  an  Ketten  zwei  stärkere  eiserne  Platten  an,  welche
beim  Unterdruckgehen  der  Presse  die  Ungleichheiten  der  einzelnen  Samenpakete ­
  etwas  verminderten.
®)  Festgestellt  auf  Grund  persönlicher  Erkundigungen.
Klaue,  Ölmüllerei.

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