1. Die treibenden Kräfte.
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Rapssaat verarbeitet 49 ), es haben sich also, wenn man den
Doppelzentner Raps nach einem Durchschnitt mit 32,41 M. annimmt,
bei einer jährlichen Arbeitszeit von 200 Tagen 49 ), die
jährlich für Beschaffung des nötigen Rohmaterials (8000 t)
aufzuwendenden Kosten auf ca. 2600000 M. belaufen.
Die derzeitig größte deutsche Ölfabrik, der „Verein deutscher
Ölfabriken“ in Mannheim, arbeitete nach dem Jahresberichte
über das Geschäftsjahr 1908/09 mit einem Aktienkapital
von 10000000 M. 50 ) ; die Obligationsschuld betrug 2439000 M.
Der Reservefonds hatte eine Höhe von 1054230,50 M., ein
außerordentlicher Reservefonds betrug 645833,03 M. 51 ). Der
Buchwert der gesamten Grundstücke, Gebäude, Maschinen,
Utensilien belief sich auf 6454527,15 M., die Abschreibungen
seit 1887, dem Gründungsjahr der Aktiengesellschaft, betrugen
4685965,49 M., so daß sich die Anschaffungskosten auf
insgesamt 11 140492,64 M. beliefen.
Die „Fr. Thörls Vereinigte Harburger Ölfabriken“ A.-G.
(die zur Zeit in bezug auf investierte Kapitalien zweitgrößte
deutsche Ölfabrik [A.-K. 10 500 000 M.]) besitzt nach dem Geschäftsberichte
über das Geschäftsjahr 1909/10 insgesamt sieben
Dampfmaschinen von zusammen 2850 P.S., welche 181 Pressen
und 16 Extraktoren mit Nebenapparaten antreiben. Es können
an Rohmaterial bei voller Ausnutzung der Betriebsmittel täglich
800000—820000 kg verarbeitet werden. Während des Geschäftsjahres
1909/10 wurden insgesamt 193085 t Ölsaaten verarbeitet.
Nehmen wir als Durchschnittspreis ca. 30 M. pro Doppelzentner
Rohmaterial an, so waren demnach für Beschaffung der
Rohmaterialien rund 58 000 000 M. aufzuwenden.
Leider ist es nicht möglich, genaue Zahlen über die Höhe
der Kapitalien zu bringen, welche zum Betriebe einer rationell
arbeitenden, mit allen Verbesserungen der modernen Technik
ausgestatteten Ölmühle notwendig sind, immerhin glaube ich
aber nicht fehlzugehen, wenn ich die erforderliche Summe auf
Grund meiner Studien und der mir gemachten Mitteilungen
**) Nach Angaben bei Rühlmann, 1. c., 2. Aufl., Bd. II.
60 ) Mittlerweile hat im Jahre 1910 eine weitere Erhöhung des Aktienkapitals
um 2 Mill. M. auf 12 Mill. M. stattgefunden.
51 ) Das werbende Kapital belief sich also insgesamt auf 14139063,53 M.