3. Die soziale Bedeutung der großindustriellen Entwicklung. 177
auf weitere Strecken wegen des damit verbundenen größeren
Kraftverlustes vermeiden wollte. Hier brachte erst die Einführung
der Elektrizität Änderungen; diese ermöglicht unter
Zuhilfenahme von Elektromotoren eine einfache Kraftübertragung
ohne nennenswerten Kraftverlust von Raum zu Raum
und Gebäude zu Gebäude und wird heute in allen Großbetrieben
in ausgedehntem Maße angewandt. Infolge ihrer Einführung
erreicht man heute einerseits eine bedeutende Vereinfachung
der Transmission und unterläßt andererseits eine Überfüllung
der Arbeitsräume mit Maschinen, beides Verbesserungen, mit
deren Einrichtung eine bedeutende Herabminderung der Unfallgefahr
verbunden ist.
Welcher Art ist nun die von den Arbeitern zu leistende
Arbeit, ist sie eine derartige, daß mit ihrer Ausübung häufige
Unfälle oder sonstige Gesundheitsschädigungen verknüpft sind,
und wie hat sie sich im Laufe der Entwicklung verändert?
Nach der Art der zu leistenden Arbeit lassen sich die in
Ölmühlen beschäftigten Personen scheiden in solche, welche
1. bei der Herstellung der Betriebskraft;
2. beim Transport und der Lagerung der Rohmaterialien;
3. bei der reinen Verarbeitung der Rohmaterialien;
4. bei der Behandlung der erzielten Rohfabrikate;
5. mit der Verladung der fertigen Fabrikate und
6. mit der Instandhaltung der Betriebsmittel
beschäftigt sind.
Bei allen diesen Arbeiten werden jugendliche Arbeiter nur
in sehr beschränktem Maße verwendet, und ihre Zahl scheint
außerdem noch abzunehmen. Es waren jugendliche Arbeiter
(im Alter von 14—16 Jahren) unter den in den Hauptbetrieben
beschäftigten Gehilfen und Arbeitern im Jahre 1895: 2,3 %, 1907
nur mehr 1,5%. Von diesen jugendlichen Arbeitern waren im
Jahre 1895 7,8% mithelfende Familienangehörige, 1907 war
deren Prozentsatz auf 32% gestiegen. Die Beschäftigungsweise
der jugendlichen Arbeiter kann man nicht näher verfolgen, da
dieselbe in jedem Betrieb eine verschiedene ist.
Auch die Frauenarbeit findet sich in der Ölmüllerei nur in
verhältnismäßig geringem Umfange vor, es betrug nämlich die
Zahl der weiblichen Gehilfen und Arbeiter 1895 7,7% und 1907:
7% der Gesamtzahl der Gehilfen und Arbeiter. Von der Ge-Klaue,
Ölmüllerei. 12