Full text : Die deutsche Ölmüllerei

3.  Die  soziale  Bedeutung  der  großindustriellen  Entwicklung.  183

Endlich  muß  auch  noch  darauf  hingewiesen  werden,  daß
sich  aus  dem  Zusatz  „in  der  Regel“  ergibt,  daß  tatsächlich  Ausnahmen ­
  bei  der  Zuweisung  der  Arbeiter  in  die  Kategorien  der
gelernten  oder  ungelernten  Arbeiter  gemacht  worden  sind,  weswegen ­
  und  in  welchen  Fällen  bleibt  aber  Geheimnis  des  statistischen ­
  Amtes.
Es  sollen  hier  keineswegs  die  Schwierigkeiten  verkannt
werden,  welche  sich  einer  einwandfreien  Feststellung  der  Qualifikation ­
  der  Arbeiter  in  den  verschiedenen  Gewerben  überall
entgegenstellen,  wohl  aber  möchte  ich  an  dieser  Stelle  darauf
hinweisen,  daß  sich  aus  den  Zahlen  der  Berufsstatistik,  wie  sie
uns  heute  dargeboten  werden,  einwandfreie  Schlüsse  nur  in  den
seltensten  Fällen  werden  ziehen  lassen.  Auf  Grund  dieser  Tatsachen ­
  habe  ich  denn  auch  in  der  Tabelle  auf  S.  172  auf  eine
getrennte  Angabe  der  Arbeiter  mit  und  ohne  Vorbildung  verzichtet, ­
  diese  beiden  Rubriken  der  Berufsstatistik  vielmehr  in
eine  einzige  der  „Gesellen,  Lehrlinge  und  Arbeiter“  zusammengezogen. ­

Große  Vorzüge  gegenüber  den  kleineren  Betrieben  besitzen ­
  die  Großbetriebe  auch  dadurch,  daß  sie  die  für  die  Gesundheit ­
  der  Arbeiter  schädliche  Staubentwicklung,  welche  in  diesen
Betriebsabteilungen  beim  Reinigen  der  Ölsaaten  und  der  Vermahlung ­
  der  Kuchen  stattfindet,  herabgemindert  hat,  bzw.  die
menschliche  Arbeit  in  diesen  Abteilungen  vollkommen  durch
mechanische  ersetzt  hat.  Erreicht  wurde  dies  bei  der  Reinigung
der  Rohmaterialien  durch  Anbringung  von  Exhaustoren  an  fast
allen  hier  tätigen  Maschinen,  bei  der  Vermahlung  der  Kuchen
durch  die  Aufstellung  vollständig  kontinuierlich  arbeitender
Schlagkreuzmühlen,  Mahlgänge,  Desintegratoren  usw.  und  Verlegung ­
  dieser  Operation  in  einen  vollständig  abgeschlossenen
Raum.
Die  letzte  Klasse  der  in  den  Ölmühlen  beschäftigten  Arbeiter ­
  und  Arbeiterinnen  bilden  die  mit  der  Instandhaltung  der
Betriebsmittel  betrauten  Personen.  Es  gehören  hierher  in  erster
Linie  die  in  der  mechanischen  Werkstätte  tätigen  Schlosser  und
Dreher,  die  in  der  Böttcherei  tätigen  Böttcher  und  Küper,  die
mit  der  Instandhaltung  der  Preßtücher  beschäftigten  Frauen,
die  Leute,  welche  die  Reinigung  der  Filtertücher  besorgen,  sowie ­
  diejenigen,  welche  die  Säcke  reinigen,  in  denen  die  Saat  angekommen ­
  ist;  in  zweiter  Linie  sind  dann  überhaupt  alle  die ­
            
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