186 HI. Die Ausbildung des Fabrikbetriebes von 1870 bis zur Gegenwart.
hydraulischen Pressen (1,50 M.). An gezahlten Entschädigungen
kamen nach obigem Berichte auf 1000 M. Löhne 12 ):
In Ölmühlen mit Stampfwerken und
1897
M.
1902
M.
1907
M.
1909
M.
Keilpressen
In Ölmühlen mit hydraulischen
13,43
17,95
22,61
23,97
Pressen
7,24
10,71
14,01
14,99
In den Berichten der Berufsgenossenschaft wird des weiteren
alljährlich eine sehr interessante Statistik über die Verteilung
der Unfälle nach der Größe der Betriebe veröffentlicht.
Leider werden jedoch in dieser Statistik Getreide-, Öl- und
Schneidemühlen nicht gesondert nachgewiesen, so daß absolut
verläßliche Schlüsse aus dieser Zusammenstellung für keine
dieser Gewerbearten gezogen werden können. Ich unterlasse es
aus diesem Grunde, eine derartige Tabelle hier anzuführen, doch
ergibt sich aus denselben, daß die Unfallgefahr mit der
Größe der Betriebe abnimmt. Sind auch die Arbeitsbedingungen,
was die Unfallgefahr angeht, in diesen Mühlen
einander sehr ähnlich, so daß spezialisierte Tabellen wahrscheinlich
dieselben Resultate ergeben würden, so kann man
dennoch nicht mit absoluter Bestimmtheit diese allgemeinen
Ergebnisse auf die Ölmühlen übertragen, und es bleibt deswegen
eine Spezialisierung dieser Tabellen nach dieser Richtung
sehr zu wünschen.
Ich wende mich nunmehr der Frage nach der Arbeitszeit
in den Ölmühlen zu, und zwar muß ich da sowohl die jährliche
wie auch die tägliche Arbeitszeit behandeln. Im ersten Abschnitte
haben wir gesehen, daß die Ölmühlen zu Anfang des
vorigen Jahrhunderts fast ausnahmslos nur einen Teil des Jahres
in Betrieb waren. Die in diesen Mühlen tätigen Arbeiter hatten
somit nur einen Teil des Jahres Beschäftigung und mußten ihren
Erwerb während der übrigen Monate in einem anderen Gewerbe
suchen. Noch heute liegt der Sachverhalt genau so in einem
Teile der kleinen und mittleren Ölmühlen. Da sich in diesen
Mühlen die jährliche Arbeitszeit nach den lokalen Ernteverhält12
) Diese Beträge nehmen zu, weil ja aus den Vorjahren immer mehr
Renten für dauernde Erwerbsunfähigkeit zu zahlen sind.