von 1642 fuhren damals zwischen Hamburg und den Niederlanden
etwa 3000 Kauffahrteischiffe?).
Während des Freiheitskampfes der Niederlande war Hamburg
für diese ein um so wichtigerer Platz, als es ihnen wohl bekannt
war, daß Spanien und der Kaiser wiederholt Hamburg als Sitz
einer dauernden spanischen Handelsniederlassung, die gegen die
Niederlande gerichtet war, in Aussicht genommen hatten?). Wenn
diese Projekte der maritimen habsburgischen Politik nicht zur Aus-
führung kamen, so lag das nicht an ihrer praktischen Aussichts-
losigkeit, sondern an anderen Momenten; für die wirtschaftliche
Stellung der Niederlande waren diese Pläne mindestens ebenso
bedrohlich wie für ihre politische Machtstellung. Sie verfolgten
deshalb stets den Gang der Dinge an der Unterelbe mit großer
Aufmerksamkeit?). Nicht immer freilich entsprach ihr Auftreten
daselbst den Anschauungen Hamburgs*). Lag der Stadt bei
ihren Kämpfen gegen Dänemark und ihrem Verhältnis zu den See-
kriegen, in die die Niederlande verwickelt wurden, naturgemäß in
erster Linie an einer Unterstützung durch die Republik und an der
Förderung und Ausdehnung ihres Handels und ihrer Schiffahrt,
so stand in letzterer Hinsicht das hamburgische Interesse meist in
geradem Gegensatz zu dem niederländischen. Ernstlich und ehr-
lich traten die Niederlande für Hamburg nur ein, wenn es sich um
die allgemeine Sicherheit und Freiheit des Elbhandels und der von
der Elbe ausgehenden und dorthin führenden Schiffahrt handelte.
Wo die Sache anders lag und die beiderseitigen Interessen sich nicht
deckten, traten die Generalstaaten der Elbstadt meist schroff und
hart gegenüber. Gern schlossen sie mit ihr und Bremen 1645 einen
Vertrag, der in erster Stelle zu dienen hatte ‚‚der Sicherheit und
Freiheit der Schiffahrt, des Handels in der Nordsee und auf der
Elbe und Weser‘; aber wenn Hamburg es wagte, die Kriegslage
als Neutraler auszunutzen und an Stelle der Niederländer den
Handelsverkehr mit ihren Feinden zu treiben, dann verfuhren jene
l) Baasch), Börtfahrt, S. 6.
2) Vgl. im allgemeinen Reichard, Maritime Politik; Maresch,
Maritime Politik; Haepke, Niederländische Akten, II, S. 396 f., 406 ff.
3) Auf das große Interesse der Holländer an der Freiheit des Rheins und
der Elbe weisen auch hin: Memoires s. le commerce des Hollandois etc., S. 79 f.
*‘) Baasch, Hamburg und Holland, S. 48 ff.; auch für das Folgende.
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