Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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wirtschaftlicher Hinsicht für das Reich im allgemeinen hat. 
Es ist eigentlich bedauerlich, daß dieses wirtschaftspoli 
tische Problem im Reichstag nicht das richtige Verständnis 
fand. Jede Hebung des Verkehrs in einer Gegend mit 
natürlichem Reichtum und regsamer Bevölkerung muß der 
gesamten Volkswirtschaft schließlich zugute kommen. Die 
Gründe, welche wegen Befürchtung verminderter Exsenbahn- 
erträge vom Ministertische dagegen geltend gemacht wur 
den, erscheinen bei näherer Prüfung kaum recht stichhaltig. 
So äußerte sich der preußische Eisenbabnminister, Herr 
von Breitenbach, am 7. April 1910 im preußischen Ab 
geordnetenhause zu dieser Frage folgendermaßen: 
„Wenn auch nicht allein ausschlaggebend, so doch 
„wesentlich mitbestimmend für die Entscheidung der 
„Frage der Kanalisierung von Mosel und Saar sind 
„die Rückwirkuagen auf die Einnahmen der Staats- 
„eisenbahnverwaltung. Diese Wirkungen haben auf 
„Grund der vorhandenen Unterlagen von der Staats- 
„regierung allein ermittelt werden können. Nach dem 
„Ergebnis der Ermittelungen würde die Kanalisierung 
„der Mosel und Saar so erhebliche Ausfälle in den 
„Einnahmen der Staatseisenbahnverwaltung nach sich 
„ziehen, daß sie bei der jetzigen Finanzlage ohne Er 
schütterung der Staatsfinanzen nicht ertragen werden 
„können. 
Selbstverständlich wird man es begreiflich finden, daß sich 
der Minister dagegen verwahrt hat, die gesteigerten Aus 
gaben für ein verhältnismäßig kleines Gebiet des Preußi 
schen Staates durch eine die Allgemeinheit treffende Steuer 
zu decken, aber als werbende Anleihe würde sich ein der 
artiges Unternehmen jederzeit verzinsen und amortisieren 
lassen. Die preußische Regierung hat indessen ausschließ 
lich den eisenbahnfiskalischen Gesichtspunkt in den Vorder 
grund geschoben, denn wenige Wochen nach jener mini
	        
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