Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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Amerika verfügte bei Einführung des Bessemerpro 
zesses über reichliche Mengen phosphorarmer Eisenerze, 
die jedoch infolge der anwachsenden Erzeugung mehr und 
mehr abgebaut wurden. So sind denn auch seit 1900 
keine Bessemerwerke mehr errichiet worden und man hat 
bei Neubauten dem Martinofen den Vorzug gegeben, zu 
mal die Nachfrage nach Martinsfahl immer größer wurde. 
Der amerikanische Stahltrust baut nur noch Martin 
öfen und hat auch auf seinem neuen großen Stahlwerk der 
Illinois Stahlwerk Compagnie in Gary nur Martinöfen auf 
gestellt, die imstande sind jährlich 1 Million Tonnen Stahl 
zu erzeugen. Amerika zeigt sowohl absolut wie relativ 
die größte Steigerung der Erzeugung an Martinfluß eisen. 
Im Jahre 1890 betrug Amerikas Martinstahlerzeugung kaum 
V* Millionen Tonnen und 10 Jahre später 3 1 /* Millionen t. 
Im Jahre 1907 betrug sie jedoch weit über 11 Millionen 
Tonnen. In dem Zeitraum von 18 Jahren stieg also der 
Anteil des Martinstahles an der Gesamtflußstahlerzeugung 
von 12,2 auf 47,4 %• 
Rohstahlerzeugung der Vereinigten Staaten. 
Saueres Verfahren 
Martin Bessemer 
Basisches Verfahren 
Martin 
1900 
866693 
6 791 726 
2 585 812 
1901 
1053913 
8 852 715 
3676897 
1902 
1210 255 
9284577 
4568478 
1903 
1113 410 
8 730 314 
4 817 784 
1904 
814120 
7 984886 
5188069 
1905 
1174 136 
11 116437 
7 940 777 
1906 
1342 799 
12472243 
9 813304 
1907 
1290090 
11854230 
10443 783 
1908 
707445 
6214 623 
7197 921 
1909 
9480076 
14 725 839 ) 
1910 
9563 376 
16 768 581 j 
basisches 
und saueres 
Verfahren.
	        
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