Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

56 
liegenden Eisenkonsum, dann aber zweitens gemäß der in 
früheren 25 Jahrperioden auf den Markt gebrachten 
Schrottmengen und zwar mit fortschreitender Zeit in 
immer schnellerer Weise. 
Die Bedeutung des Schrotts für die moderne Eisen 
industrie vergrößert sich von Jahr zu Jahr und er wird 
ein immer schwerer zu besiegenden Konkurrent des Eisen 
erzes, besonders dann, wenn der Eisengehalt des Erzes 
abnimmt und seine Förderkosten von Jahr zu Jahr steigen. 
Gerade in letzter Zeit hat die Eisenerzgewinnung ge 
waltige Dimensionen angenommen und trotzdem auf dem 
Geologenkongress in Stockholm im Jahre 1910 die vor 
handenen Eisenvorräte als für lange Zeit noch ausreichend 
bezeichnet wurden, so gehört gerade das Thema der 
„Eisenerznot“ zu den am meisten erörterten wirtschaft 
lichen Problemen der Gegenwart. Doch wo der Schrott 
gerade heute dem Erze als Rohstoff zur Gewinnung des 
Eisens so außerordentlich Konkurrenz macht, wird die 
Erzgewinnung nicht mehr auf viele Jahrzehnte hinaus in 
dem bisherigen Tempo zunehmen. Es wird vielmehr im 
Laufe der Jahre eine Verlangsamung eintreten die in spä 
teren Zeiten selbst dann zu einer Stagnation der Förder 
mengen führen wird, wenn noch genügend Vorräte vor 
handen sind. 
Der Schrott hat also eine außerordentlich günstige 
Wirkung auf die Nachhaltigkeit der Erzlager und stellt für 
alle eisenindustriellen Staaten einen sehr erwünschten 
Faktor insofern dar, als er den Zeitpunkt der Erschöpfung 
der Erzreserven hinausschiebt. 
Die Martinwerke haben dieser Bedeutung des Schrotts 
Rechnung tragend bei ihren Neuanlagen dem Schrottplatz, 
der Anlage, wo der Schrott aufgestapelt wird, mehr Sorg 
falt zugewandt und ihm die Vorteile der vorgeschrittenen 
Technik zu Teil werden lassen. Um für die umfangreichen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.