65
amerikanischen Stahlwerken, welche neben Converteranlagen
auch Martinöfen besitzen, Veranlassung gegeben,
Aenderungen im Bessemerbetrieb vorzunehmen. Früher
fanden die Abfälle von älteren Einsätzen, Schienen enden
usw. ihre vorteilhafte Verwendung im Converter selbst,
indem man den bei der Verarbeitung von siliziumreichen
Roheisen entstehenden heißen Gang durch Einwerfen von
Flusseisenabfällen regulierte. Dies war deshalb gut möglich,
weil immer noch genug Schrott und Altmaterialien
zur Versorgung der Martinofenwerke vorhanden war. In
manchen Fällen wurde die Erbauung von Martinöfen durch
den Ueberschuß von Schrott veranlaßt, der im Converter
nicht mehr verarbeitet werden konnte. Unter den damaligen
Marktverhältnissen stieg dagegen der Preis des Schrotts
so hoch und die Nachfrage nach Flußeisen war so stark,
daß die Martinwerke die größtmögliche Leistung anstreben
mußten. Zu diesem Zwecke verwendet man daher auch
diejenigen Abfälle, welche früher zum großen Teil in den
Converter aufgegeben wurden. Hierdurch wurden die Bessemerhütten
genötigt, nahezu ohne Schrottzusatz zu arbeiten.
Dies zu ermöglichen war die genaue Einhaltung eines bestimmten
Siliziumgehalts im Roheisen erforderlich. Es
mußte genug Silizium vorhanden sein, um durch seine Verbrennung
die gewünschte Temperatur zu erzeugen, andernfalls
durfte der Siliziumgehalt nicht so groß sein, daß dadurch
die Dauer des Blasens wesentlich verlängert wurde.
Interessant ist die Tatsache, daß durch die oben geschilderte
Abänderung der Bessemer-Betriebe die „United
States Stel Corporation“ eine auswärtige Zufuhr von Schrott
fast ganz entbehren kann. Die Gesamterzeugung an
Blöcken war im Jahre 1901 = 9 084 580 t. Wenn man
annimmt, daß bei Verarbeitung dieser Quantität von Blöcken
ein Abfall von nur 12,5 % entsteht, so ergibt sich daraus
eine Menge von 1 130 000 t Abfall, was ein wenig über