Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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amerikanischen Stahlwerken, welche neben Converteran 
lagen auch Martinöfen besitzen, Veranlassung gegeben, 
Aenderungen im Bessemerbetrieb vorzunehmen. Früher 
fanden die Abfälle von älteren Einsätzen, Schienen enden 
usw. ihre vorteilhafte Verwendung im Converter selbst, 
indem man den bei der Verarbeitung von siliziumreichen 
Roheisen entstehenden heißen Gang durch Einwerfen von 
Flusseisenabfällen regulierte. Dies war deshalb gut mög 
lich, weil immer noch genug Schrott und Altmaterialien 
zur Versorgung der Martinofenwerke vorhanden war. In 
manchen Fällen wurde die Erbauung von Martinöfen durch 
den Ueberschuß von Schrott veranlaßt, der im Converter 
nicht mehr verarbeitet werden konnte. Unter den dama 
ligen Marktverhältnissen stieg dagegen der Preis des Schrotts 
so hoch und die Nachfrage nach Flußeisen war so stark, 
daß die Martinwerke die größtmögliche Leistung anstreben 
mußten. Zu diesem Zwecke verwendet man daher auch 
diejenigen Abfälle, welche früher zum großen Teil in den 
Converter aufgegeben wurden. Hierdurch wurden die Bes 
semerhütten genötigt, nahezu ohne Schrottzusatz zu arbeiten. 
Dies zu ermöglichen war die genaue Einhaltung eines be 
stimmten Siliziumgehalts im Roheisen erforderlich. Es 
mußte genug Silizium vorhanden sein, um durch seine Ver 
brennung die gewünschte Temperatur zu erzeugen, andern 
falls durfte der Siliziumgehalt nicht so groß sein, daß da 
durch die Dauer des Blasens wesentlich verlängert wurde. 
Interessant ist die Tatsache, daß durch die oben ge 
schilderte Abänderung der Bessemer-Betriebe die „United 
States Stel Corporation“ eine auswärtige Zufuhr von Schrott 
fast ganz entbehren kann. Die Gesamterzeugung an 
Blöcken war im Jahre 1901 = 9 084 580 t. Wenn man 
annimmt, daß bei Verarbeitung dieser Quantität von Blöcken 
ein Abfall von nur 12,5 % entsteht, so ergibt sich daraus 
eine Menge von 1 130 000 t Abfall, was ein wenig über
	        
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