Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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fahren zugeschriebene Einfluß ist zwar nicht ganz unrichtig, 
aber mindestens stark übertrieben, denn abgesehen von 
Werken wie Hoesch, Osnabrück und Hüsten, die — von 
zeitweisen Unterbrechungen abgesehen — schon seit Jahren 
nach dem flüssigen Verfahren arbeiten, sind andere Werke 
in neuerer Zeit zu diesem Verfahren nicht übergegangen. 
Wenn aber das flüssige Verfahren für den Preisrück 
gang nicht zutreffend ist, so sind doch Faktoren dafür 
verantwortlich zu machen, die nicht mit weniger Aufmerk 
samkeit verfolgt werden dürfen. Die Preise für Schrott 
beliefen sich in der Hochkonjunktur der vergangenen Jahre 
auf 70—71 Mark für besten Walzwerkschrott, um seit 
kurzem auf 60—65 Mark zu sinken. Diese Erscheinung, 
die bei den steigenden Roheisenpreisen und der starken 
Beschäftigung auffallend erscheinen muß und die nach 
früherer Theorie als Zeichen beginnender Abschwächung 
würde angesehen werden müssen, hat gerade ihren Grund 
in der überaus starken Beschäftigung. Denn wenn auch 
die Martinproduktion und damit der Bedarf an Schrott 
nicht unerheblich zugenommen hat, so ist, absolut genom 
men, die Thomasproduktion viel stärker angewachsen und 
damit auch die auf den Markt kommenden Schrottmengen. 
Daß gerade diesem Umstand, der zunächst nur die eine 
Schrottsorte: neue schwere Walzwerksabfälle, berührt, der 
Hauptanteil an dem Preisrückgang beizumessen ist, ist 
darin erkennbar, daß sich die Preise für die alten Schrott 
sorten weniger gesenkt haben, als wie für die oben ge 
nannte Sorte, für die als teuerste Sorte auch nur ein be 
schränkter Abnehmerkreis vorhanden ist. Und weiter ist 
als Beweis anzusehen, daß mit der Inbetriebsetzung der 
neuen großen Werke von Hagendingen und Esch der Preis 
druck sich verschärft hat, weil für diesen starken Zuwachs 
an Entfall, kein Zuwachs an Absatz gefunden werden kann. 
Außerdem darf nicht unerörtert bleiben, daß auch die
	        
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