Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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Kampf endete schließlich damit, daß die Alteisenvereinigung 
der oberschlesischen Werke einging. 
Im Mai 1910 plante man auch in Niederrheinland und 
Westfalen eine Schrotteinkaufsvereinigung, doch war sie 
nur von ganz kurzer Dauer, da sich die mitorganisierten 
Schrotthändler gegenseitig heimlich unterboten und so die 
ganze Sache illusorisch machten. 
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Doch besteht bei den rheinisch-westfälischen Hütten 
werken einerseits und den dortigen Schrottbändlern ande 
rerseits eine nicht organisierte stille Vereinbarung bezüg 
lich des Schrottankaufs und der Preise, die sich ganz gut 
bewährt hat. Alle vier bis sechs Wochen kommen näm 
lich die Vertreter der Werke und die Händler in Düssel 
dorf zusammen und setzen die Preise für die verschiedenen 
Schrottarten fest und schließen auch dort ihre Käufe und 
Verkäufe ab. 
In Süddeutschland haben vier größere Werke seit 
ungefähr 1 1 /a Jahren den Einkauf ihres gesamten Schrott 
bedarfs gemeinschaftlich organisiert. Da bei der großen 
Zahl von Händlern und der Mannigfaltigkeit der Materialien 
eine Schrotteinkaufsgesellschaft vom Standpunkte der 
Stahlwerke sehr zu wünschen ist, so möge unten dargetan 
werden, wie diese süddeutschen Werke den Schrottein 
kauf betätigen zumal sich ihre Einkaufsorganisation in der 
Praxis sehr gut bewährt hat. 
Die Verhältnisse für einen gemeinsamen Schrottein 
kauf sind in Süddeutschland denkbar ungünstig. Die Werke 
liegen weit auseinander, die Ausschließung von Outsiders 
war von vorneherein unmöglich, weil in Süddeutschland nicht 
nur die norddeutschen, sondern besonders auch österrei 
chische und italienische Werke als Käufer in Frage kommen. 
Auf den Versuch, diese alle unter einen Hut zu bringen mußte 
von Anfang verzichtet werden, um so mehr, als die ge
	        
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