Full text: Grundzüge des positiven Völkerrechts

Der Neutralitätsbegriff. 221 
gemacht, sofern sie sich unter Bekräftigung mit einem förmlichen 
schriftlichen Versprechen verpflichten, während der Dauer der Feind 
seligkeiten keinen Dienst zu übernehmen, der mit den Kriegsunter 
nehmungen im Zusammenhange steht. 
Die Namen der unter den vorerwähnten Voraussetzungen frei 
gelassenen Personen werden von der nehmenden Kriegsmacht der 
anderen Kriegsmacht mitgeteilt. Dieser ist es untersagt, solche Personen 
wissentlich zu verwenden. 
Die Bestimmungen finden keine Verwendung auf Schiffe, die an 
den Feindseligkeiten teilnahmen. 
III. Das Recht zur Wegnahme von Prisen erlischt, sofern nicht ein 
Waffenstillstandvertrag anderes bestimmt, erst mit der völkerrechtlich 
wirksamen Beendigung des Kriegszustandes. 
Zwölfter Abschnitt. 
Das Neutralitätsrecht. 
§ 51. Übersicht. 
I. Der Neutralitätsbegriff. 
Neutralität bedeutet Nichtteilnahme an einem zwischen 
zwei oder mehreren Staaten ausgebrochenen Kriege. 
a) Der Begriff der Neutralität in seiner heutigen Ausprägung ist 
neu. Galt bis in die Neuzeit hinein, von vereinzelten Ausnahmen, 
namentlich im Seekriegsrecht, durchbrochen, der Satz: wer nicht für 
mich ist, ist wider mich, und erschien es noch dem ausgehenden 18. und 
dem beginnenden 19. Jahrhundert als mit der Neutralität vereinbar, 
daß ein Staat, ohne aus seinem Friedensstand herauszutreten und 
gegen Völkerrecht zu verstoßen, auf Grund von vor dem Kriege ab 
geschlossener Verträge, einem Kriegführenden Subsidien zahlte, ja 
selbst Truppen stellte und sein Gebiet zum Durchmarsch frei gab, so ist 
die strengere Auffassung von der Unparteilichkeit gegenüber beiden 
Kriegsparteien heute, wenn auch nicht restlos, durchgeführt. 
In dem — zuerst 1620 von Neumayr von Ramsla gebrauchten — 
Namen „Neutralität" (von neuter (keiner von beidenj) kommt der Ge 
danke zum Ausdruck, daß neutrale Staaten die Kriegführenden auf
	        
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