schrockenen Banken oder von Spekulanten auf-
gespeichert. Zweimal borgte der Kongreß 50 Mil-
lionen in Gold, um den Reservefonds wieder auf-
zufüllen, Das schien aber nur die öffentliche Aufmerk-
samkeit auf den wunden Punkt zu lenken, denn das
Borgen half nichts. Die Käufer von Staatspapieren
borgten ihrerseits nur Gold. um sie zu bezahlen,
tauschten sie dann gegen Staatsnoten ein und zeigten
diese beim Schatzamt vor, um sie gegen Gold einlösen
zu lassen, Gegen Mitte Januar 1895 begann die Gold-
reserve schneller zusammenzuschmelzen. Die Panik
griff auf die New Yorker Banken und auf ihre Kunden
im Lande über. Bald war es klar, daß fast die ge-
samten Finanzkreise des Landes sich zusammengetan
hatten, um das Schatzamt zu stürmen, dessen Schatz-
kammern schon fast so leer waren wie ein aus-
geschütteter Sack.
Zwischen dem 1. Dezember 1894 und dem 13. Januar
1895 verließen etwa 80 Millionen das Schatzamt.
In der letzten Januarwoche war der Reservefonds
schon auf etwa 40 Millionen zusammengeschmolzen.,
Bei dem Tempo, das inzwischen die Einlösungen er-
reicht hatten — mehrere Millionen täglich — reichte
dieser Vorrat kaum noch auf eine Woche. Eigentlich
reichte er bei weitem nicht mehr so lange, denn nur
ungefähr 3 Millionen Gold lagerten in gemünztem
Zustand, .der Rest der angegebenen Summe bestand
aus Gold in Barren. Es herrschte aber gerade Nach-
frage nach gemünztem Gold, während die Barren mit
Disagio gehandelt wurden. Auch konnte das Schatz-
amt schon aus dem Grunde keine Barren. hergeben,
weil dadurch seine ganze Schwäche, die ja streng ge-
heimgehalten wurde, offenbar geworden wäre. Wäre
in diesem Augenblick der Öffentlichkeit die Wahrheit
bekanntgeworden, so wäre aus der Krise überwältigen-
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