Full text : Der Pommersche Landbund

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mir  nicht  sehr  praktisch,  weil  wir  unter  einem  einheitlichen  Lohngebiet  mit
Ausnahme  von  Rügen  stehen.  Es  wäre  wohl  besser,  wenn  die  beiden  Gaubeamten ­
  in  einem  Büro  sitzen.
Die  Materialsammlung  ist  sehr  notwendig.  Auch  in  der  Beziehung
wäre  eine  männliche  Hilfskraft  zweckmäßiger.  Bedauerlich  ist  es,  baß  die
Arbeiterausschüsse  nicht  eng  genug  mit  den  Schlichtungsausschüssen  in  Fühlung ­
  stehen.  Manche  unserer  Aeußerungen  werden  durch  den  Denkapparat
der  Landarbeiter  wesentlich  verschärft  und  anders  aufgefaßt,  was  uns  sehr
gefährlich  werden  kann.  Der  §  14  der  Verordnung  vom  3.  September
hätte  in  unserem  „Landarbeiter"  näher  erläutert  werden  müssen.  Ein
Kollege  hat  von  den  Arbeitersekretariaten  gesprochen.  Ich  weise  daraus
hin,  daß  bei  unserer  jungen  Organisation  eine  Gefahr  besteht.  Die  Kollegen
sind  in  die  Gesetzgebungsmaterie  nicht  genügend  eingeweiht.  Bekommen
sic  bei  uns  keinen  Rat,  dann  laufen  sie  zum  Arbeitersekretär,  der  vielleicht
die  Sache  anders  anfaßt.  Dann  sind  wir  unten  durch.
Schwarz-  Stettin:  Uns  in  der  Gauleitung  freut  es,  wenn  wir  ein  kleineres ­
  Arbeitsgebiet  gekommen.  Aber  von  der  Zentrale  hat  man  gewöhnlich  die
besten  Bahnverbindungen,  und  man  muß  auch  in  ständiger  Verbindung
mit  dem  Regierungspräsidenten  bleiben.  Darum  ist  es  notwendig,  daß
auch  Sparsamkeitsgründe  beachtet  werden.  Die  Kreise  sind  nicht  zu  groß,
die  einzelnen  Kollegen  kommen  aber  mit  zu  viel  Wünschen.  Wenn  in  kleineren
Städten  Schlichtungsausschüsse  errichtet  werden,  dann  kann  das  eine  Gefahr
werden,  wenn  die  Ausschüsse  nicht  anders  besetzt  werden.  In  Labes  war  der
Vorsitzende  des  Schlichtungsausschusses  der  Ansicht,  wir  wollten  nur  den
Amtsgerichten  das  Recht  wegnehmen.  Die  Beamten  in  den  Ausschüssen
werden  viel  zu  sehr  beeinflußt  von  den  Unternehmern.  Die  Leute  müssen  noch
viel  erzogen  werden.
R  o  s  i  n  -  Schlawe^Ich  stimme  dem  Vorredner  nicht  ganz  zu.  Die  Organisation ­
  ist  nur  dadurch  so  stark  geworden,  daß  wir  im  Frühjahr  etwas
erreicht  haben.  Wir  werden  den  Verband  stärken,  wenn  wir  auch  im
nächsten  Frühjahr  wieder  -  etwas  mehr  erreichen.  Der  Kreis-  Schlawc  ist
außerordentlich  groß  und  kann  kaum  von  einer  Stelle  bearbeitet  werden.
Jetzt  treibt  dort  der  Christliche  Verband  starke  Agitation,  und  er  rängt
viele  Kollegen  ein,  weil  sie  gar  nicht  wissen,  daß  der  Zentralverband  ein
christlicher  ist.  Unsere  Vertrauensleute  müssen  besser  informiert  werden.
Dadurch,  -daß  die  Leute  in  die  Wohnungen  der  Vertrauensleute  kamen,
haben  wir  erst  ihr  Vertrauen  erworben.
H  o  f  m  a  n  n-  Randow:  Die  jetzigen  Gauleiter  können  ihre  Gaue  ganz
gut  allein  leiten;  aber  es  wäre  gut,  wenn  sie  zwei  Hilfsgauleiter  bekommen,
von  denen  einer  die  Presse  mit  bearbeitet.  Nur  wer  ständig  in  Fühlung
mit  den  Kollegen  im  Lande  ist,  wird  die  Presse  zweckmäßig  bearbeiten
können.  Auf  den  Gauleiter  sehen  die  Kollegen  wie  auf  den  Herrgott.
Würden  wir  einen  zweiten  Gauleiter  einsetzen,  dann  verliert  der  Gauleiter
an  Ansehen.
E  i  s  e  r  m  a  n  n  -  Köslin:  Rosin  kann  ich  nicht  ganz  zustimmen.  Auf.
Moinenterfolge  kann  sich  keine  Organisation  aufbauen.  Dauernd  können  wir
nicht  solche  Erfolge  erzielen.  Die  Organisation  ist  sehr  in  die  Breite  gewachsen.
Wir  haben  alle  Ursache,  jetzt  mehr  in  die  Tiefe  zu  gehen.  Einzelne  Kreise
sind  viel  zu  groß  für  einen  Vertrauensmann;  aber  der  Vertrauensmann
muß  mit  aller  Kraft  die  organisierten  Kollegen  schulen  und  aufklären.  Wir
müssen  den  Kollegen  sagen,  daß  wir  nicht  endlos  mit  immer  neuen  Forde-  -
ruugen  kommen  können.  Der  Egoismus  der  Landarbeiter  ist  vielfach  ungesund, ­
  und  wir  müssen  mehr  für  idealistische  Ziele  eintreten.
            
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