Full text : Der Wald und seine Arbeiter

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Die  Höhe  der  Löhne  genügt.  den  Kollegen  in  manchen  Bezirken  nicht.  Mit
dem  besten  Willen  war  es  den  Verbandsvertreteru  nicht  möglich,  höhere  Sätze
durchzudrücken.  Schuld  daran  haben  die  Kollegen  selber.  Es  gibt  leider  auch
heute  noch  viele  ängstliche  Naturen  unter  den  Forstarbeitern,  die  bei  jeder
Gelegenheit  dem  Oberförster  ihre  Zufriedenheit  mit  den  Lohn-  und  Arbeitsverhältnissen ­
  glauben  bestätigen  zu  müssen.  Bei  allen  Verhandlungen  sangen
die  Oberförster  das  hohe  Lied  der  Zufriedenheit  ihrer  Arbeiter.  „Unsere
Arbeiter  sind  zufrieden,  so  wie  sie  es  früher  immer  gewesen  sind",  so  lauten
die  Aussagen  dieser  Herren.  „Nur  der  Verband  ist  schuld,  die  Verbandsvertreter
  haben  unsere  Leute  verhetzt",  heißt  es  weiter.  Die  Forstarbeiter
werden  es  sich  abgewöhnen  müssen,  von  ihren  Vorgesetzten  aushorchen  zu
lassen.  Wenn  man  sich  aber  schon  in  ein  Gespräch  mit  den  Vorgesetzten  einläßt, ­
  dann  verlangen  wir  von  den  Verbandsmitgliedern,  daß  sie  den  Fragestellern ­
  frei  und  offen  die  Wahrheit  ins  Gesicht  sagen.  Dann  wird  zum
Vorteil  der  Gesamtheit  mehr  als  wie  bisher  erreicht  werden  können.
Bei  allen  Verhandlungen  haben  die  Forstarbeiterkollegen  mit  wenigen
Ausnahmen  uns  nicht  genügend  unterstützt.  Unseren  mehrfachen  Aufforderungen ­
  an  die  Kollegen  im  Mitteilungsblatt,  uns  die  bestehenden  Lohn-  und
Arbeitsverhältnisse  aus  allen  Forstgebieten  in  Preußen  mitzuteilen,  ist  man
nicht  nachgekommen.  Infolgedessen  fehlt  uns  das  Material  bei  den  Verhandlungen. ­
  Dies  muß  in  Zukunft  anders  werden.  Wenn  von  uns  Anfragen
an  die  Ortsgruppen  gehen,  dann  müssen  sie  auch  wahrheitsgemäß  und  schnell
beantwortet  werden.
Gegenüber  den  früheren  Löhnen  bedeuten  die  jetzigen  Sätze  einen  ungeheuren ­
  Fortschritt,  Wenn  die  Höhe  derselben  hier  und  da  noch  nicht  genügt,
um  ein  menschenwürdiges  Leben  zu  führen,  so  muß  dieses  nachgeholt  werden
bei  den  nächsten  Tarifverhandlungen.
Ueber  die  Akkordsätze  können  wir  leider  keine  Zusammenstellung  bringen,
weil  bei  der  verschiedenartigen  Bezeichnung  der  einzelnen  Positionen  es  unmöglich ­
  ist,  ein  übersichtliches  Bild  zu  schaffen.  Es  wird'  auch  hier  Aufgabe
des  Verbandes  fein,  danach  zu  streben,  daß  in  allen  Staaten  und  Forstbezirken ­
  einheitliche  Bezeichnungen  eingeführt  werden.  Bemerken  wollen  wir
noch,  daß  der  Verbandsvorstand  bei  der  vor  einiger  Zeit  wieder  eingesetzten
Verteuerung  der  Lebensmittel  erneut  au  den  Minister  in  Preußen  eine  Eingabe ­
  gemacht  hat,  um  die  in  den  Tarifen  festgesetzten  Löhne  zu  erhöhen.
            
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