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haben, die auf Familientradition beruhten. Er nennt nun an
der betreffenden Stelle 1 ) Ostfranken als die Heimat der Paum-
gartner und erzählt, dass sie dort ein Kloster mit Schenkungen
reich bedacht hätten. Ueber diese Stiftungen liess sich freilich
auch nichts Näheres finden, da Erasmus den Namen des Klosters
verschweigt; seine Angabe wird aber meiner Ansicht nach
gestützt durch Nachrichten über die Herkunft des Paum-
gartnerschen Wappens. Nach einer glaubwürdigen Notiz 2 )
wurde nämlich der Familie ihr Wappen von einem Bischof von
Bamberg verliehen. Die Paumgartner gehörten also wohl
ursprünglich zu dem begüterten niederen Landadel Ostfrankens 3 ).
Der Verfall des Rittertums trieb bekanntlich vielfach Adelige
in die Städte, deren mächtig aufblühender Handel Ansehen
und Reichtum in Aussicht stellte. Wann sich die Paumgartner
dazu entschlossen haben, nach Nürnberg zu ziehen, lässt sich
nicht sagen. Sicher wohnten sie bereits geraume Zeit in der
Stadt, als 1396 ihre Aufnahme in den Rat erfolgte 4 ).
Auch die älteste Genealogie der Familie, wie sie bei Stetten 5 ),
Möhner 6 ) und anderen Familienforschern verzeichnet ist, lässt
sich aus Mangel an urkundlichem Material weder belegen noch
anfechten. Der älteste bekannte Paumgartner wäre danach
Konrad, der um 1350 gestorben sein soll. Sein Sohn Konrad
{| 1367) hatte zwei Söhne, Konrad, den ersten ratsfähigen
Paumgartner, und Friedrich, den Ulman Stromer 7 ) erwähnt.
4 ) Erasmi opera omnia ed. Clericus III, 1480 F.
2 ) Paumgartnerscher Familienkodex Bl. 1 a (R. A.: Hohen
schwangau, Herrschaft I 36, 2). Das Paumgartnersche Wappen in seiner
ursprünglichen Form stellt in zweigeteiltem Schild einen Sittich auf
einer Lilie sitzend dar. (Vgl. z. B. Dürers Paumgartneraltar.)
3 ) Vgl. auch die unten S. 37 besprochene Urkunde Kaiser Maxi
milians I., laut deren die Ahnen Paumgartners, schon ehe sie sich in
Städten niedergelassen, dem Ritterstande angehörten.
*) Herr Archivrat Mummenhoff, der beste Kenner der Nürn
berger Familiengeschichte, hat mir auf meine Anfrage bestätigt, dass
sich über die Paumgartner vor 1396 nichts Sicheres sagen lasse. Das
Jahr 1396 geben die Nürnberger Ratsbücher übereinstimmend als die
Zeit der Aufnahme ins Patriziat an.
5 ) A. a. O. S. T95.
•) Möhner, Genealogie patrizischer Familien Augsburgs (hand-
schriftl. in der Augsb. Stadtbibi, vorhanden).
’) Die Chroniken der deutschen Städte I (Nürnberg Bd. 1) Leipzig
1862. S. 97.