Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Art  Der  Voraussetzungen.

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Verfügung  über  Kapital  in  sichtbarer  Form  als  Geld  und  Geldersatz ­
  (oder  als  jederzeit  in  materielle  Form  umsetzbaren  Rechtsanspruch)
  zur  Erzielung  größerer  lvirtschaftserfolge  voraussetzt.
Ljistorisch  bedingt  ist  auch  die  Gesamtbeit  der  anderen  kulturellen
Voraussetzungen,  unter  denen  vor  allem  der  Stand  der  geistigen
Entwicklung  und  der  Technik  unser  Gebiet  entscheidend  beeinflussen. ­
  Die  Dampfmaschine  oder  die  Zeitung  gehören  unbedingt
zum  Bilde  der  heutigen  Wirtschaft.
von  der  Bedeutung  der  gesellschaftlichenSchichtuna
haben  wir  bereits  gesprochen;  es  sind  vor  allem  die  Über-  und
Unlerordnungsverhältnisie,  die  als  jeweilige  Basis  für  den  Ausbau
der  Produktion  dienen.  Sklaverei,  mittelalterlicher  Ständestaat,
formale  Freiheit  im  kapitalistischen,  formale  Gleichheit  im  sozialistischen ­
  Staat  bedingen  tiefgehende  Verschiedenheiten  der.  Wirtschaftsverfassung. ­

Die  Knappheit  des  Raumes  gestattet  nicht,  auf  diese  Dinge  tiefer
einzugehen;  etwas  ausführlicher  fei  nur  die  vierte  Gruppe  von
Voraussetzungen  besprochen,  nämlich  die  natürlichen.  Dabei
seien  einige  Bemerkungen  schon  vorausgenommen,  welche  die
Natur  als  Produktionsmittel  betreffen,  weil  sie  sich  in  diesen  Zusammenhang ­
  besser  einreihen.
Jede  Produktion,  und  sei  sie  die  höchste  geistige,  vollzieht  sich
unter  gewissen  stofflichen  Bedingungen.  Die  Abhängigkeit ­
  des  Menschen  von  Boden  und  Klima,  ja  selbst  von  der  Nahrung, ­
  ist  oft  genug  ausgeführt  worden;  den  klassischen  Ausdruck  hat
dieser  Theorie  des  physischen  Milieus  Buckle  in  seiner  berühmten
„Geschichte  der  Zivilisation  in  England"  gegeben.  Auch  wenn
wir  von  allen  materialistischen  Übertreibungen  absehen,  wenn  wir
besonders  auch  von  dem  keineswegs  ausreichend  aufgeklärten  Zusammenhang ­
  zwischen  menschlicher  Veranlagung  und  natürlichem
Milieu  ganz  schweigen  wollen,  ist  doch  die  Bedeutung  der
Natur  zum  wenigsten  für  jene  Zweige  der  Produktion  auf  der
kjand  liegend,  welche  die  Stoffumwandlung  zur  Aufgabe  haben.
Der  Standort  der  Produktion  ist  für  die  ganze
Landwirtschaft  schlechthin  entscheidend,  wir  können  hier
in  Deutschland  keine  tropischen  pflanzen  anbauen,  keine  Palmen
und  keine  Agaven;  die  Durchschnittswärme  des  Jahres,  die  Verteilung ­
  von  Sommer  und  Winter,  die  Regenhäufigkeit  schließen
solche  Gewächse  bei  uns  aus.  Aber  wir  brauchen  gar  nicht  bis  an
            
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