Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die  Arbeitsteilung.

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Länder  vor  den  gelben  Konkurrenten  —  es  seien  nur  wieder  die
Chinesen-  und  Iaxanerhetzen  Kaliforniens  erwähnt  —  sind  ein
hinreichender  Beweis  für  diese  Möglichkeit,  und  unter  uns  sehen
wir,  wie  die  Polen.sdwohl  in  ihrer  östlichen  Heimat  wie  im  Berg--revier
  Rheinlands-Westfalens  wirtschaftlich  aufstiegen.  Darum
hielten  auch  Zeiten  und  Völker  Mit  weniger  empfindsamen  Nerven
diese  fremden  Rassen  durch  rechtliche  Zwangsmittel,  Sklaverei
oder  Frondienst,  in  ihrer  wirtschaftlich  niedrigen  Stellung  oder
trennten  die  Lrwerbsstände  durch  soziale  Schranken  wie  Kasten
und  Adel.  (Erregt  doch  selbst  heutzutage  ein  Adeliger  bei  uns,
sofern  er  sich'am  Erwerbsleben  in  dessen  unteren  Schichten  beteiliat,
  also  etwa  Kleinkaufmann  wird,  unsere  Verwunderung.
Diese  kastenmäßige  Scheidung  der  Lrwerbsstände ­
  galt  überhaupt  für  uns  noch  immer  als  ungefchriebcnes
Gesetz,  an  das  wir'  uns  allerdings  nicht  gern  erinnern  ließen,
vor  allem  wird  jede  Schicht  ein  hinuntersinken  ihrer  Angehörigen
auf  eine  von  ihr'als  lieferstehend  empfundene  Stufe  zu  verhindern
suchen;  der  Sohn  eines  Arztes  darf  nicht  Handwerker  werden,
selbst  wenn  er  nur  dazu  Lust  und  Neigung  hat;  die  Tochter  des
Landgerichtsrats  darf  zwar  eine  Lrzieherinnenstelle  annehmen,
nicht  aber  die  einer  Köchin,  obgleich  letztere  vielleicht  oder  wahrscheinlich
  besser  bezahlt  wird.  Umgekehrt  hat  der  aus  einer
unteren  Schicht  Emporsteigend e  gegen  stille  soziale  widerstände
zu  kämpfen;  selbst  wenn  die  Tochter  des  millionenreich  gewordenen
amerikanischen  Schuhwichsefabrikanten  einen  englischen  Herzog
heiratet,  so  bleibt  der  Papa  Schuhwichsefabrikant  doch  ein  Parvenu
und  bestenfalls  ein  Arrive.  —  Dieses,  rlufsteigen  von  unten  nach
oben  insbesondere  aus  Dem  Arbeiterstande,  war  aber  bei  uns  auch
noch'durch  die  Entwicklung  der  Wirtschaft  selbst  aehemmt,  die  den
Erfolg  immer  mehr  an  den  vorherigen  Besitz  von  Kapital  oder
doch  an  ganz  ungewöhnliche  Begabung  knüpfte.
Die  individuell  eBeg  a  bung  und  Veranlagung
ist  endlich  die  letzte  natürliche  Ursache  der  2lrbeitsteilung,  und
zwar  eine  Ursache,  die  unaufhörlich  am  Werke  i>t.  bie  spielt,  wie
bereits  gesagt,  schon  bei  der  Berufswahl  in  vielen  Fällen  eine
entscheidende  Rolle.  Sie  wird  sich  unter  Umständen  selbst  gegen
heftige  widerstände  durchsetzen,  seien  es  konventionelle  Vorstellungen ­
  der  Geburtskreise,  sei  es  Mangel  an  Mitteln  oder  irgendeines ­
  der  vielen  Hemmnisse,  die  sich  jeder  Lebensentfaltung  entgegenstellen. ­
  Insbesondere  sind  es  geistige,  namentlich  künstle-Wygodzlnski,
  Einführung  in  dir  VolkswirifchafiSl-hr«
            
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