Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Arbeitszerlegung.  5 '
IlXafte  steigt,  als  ein  und  dieselbe  Arbeit-dem  Arbeitenden  immer
vertrauter  wird.  Alles  will  gelernt  und  geübt  sein;  wer  eine
Arbeit  zum  erstennial  macht,  benötigt  sehr  viel  mehr  cheit,  ist  wert
ungeschickter  als  der  in  sie  hineingewachsene.  Dieser  L  t  nf  lu  tz
ö  e  r  Übung  auf  die  Arbeitsleistung,  der  sich  xhvsiologrsch  sehr
wohl  erklären  läßt,  hat  denn  auch  schon  sehr  früh  zu  dein  geführt,
was  wir  im  Gegensatz  zu  der  bisher  besprochenen  Berufsbildung
Arbeitsteilung  im  engeren  Sinne  oder  A  r  b  e  i  t  s  °
Zerlegung  nennen  können.  Innerhalb  des  weiteren  Beruf-,
also  etwa  des  Handwerkers,  oder  auch  wieder  innerhalb^deengsren
  Handwerks  der  Lifenverarbeitung,  sondern  sich  neue  Teilberufe ­
  aus:  der  Waffenschmied,  der  Nagelschmied,  der  Schlosser.
Die  Arbeitsteilung,  wie  wir  sie  eben  kennengelernt  haben,  latzt
iedoch  immer  noch  den  ganzen  Arbeitsprozeß,  wenn  auch  nur  für
ein  einziges  Produkt,  durch  die  Hand  ein-  und  desselben  Arbeitergehen
  Der  Schlosser  alten  Stils  bekommt  das  Lisen  und  liefert
das  Schloß  mit  Schlüssel  fertig  ab,  bringt  vielleicht  selbst  noch
an  der  Tür  an.  Dafür  konnte  &  denn  auch,  wenn  der  Besteller
wert  daraus  legte,  ein  Kunstwerk  werden;  noch  jetzt  kann  man
diese  Arbeiten  in  den  Kunstgewerbemuseen  und  in  den  Glasschränken
  der  Sammler  sehen,  heut  ist  die  Schloßfabrikation
längst  Gegenstand  der  a  r  b  e  i  t  s  z  e  r  l  e  g  e  n  d  e  n  Großherstellung ­
  geworden.  Lin  Mittelpunkt  dieser  Fabrikation  ist
die  rheinische  Stadt  Velbert,  deren  Bevölkerung  zu  neun  Zehntel
von  ihr  lebt,  verfolgen  wir  diese  moderne  Schloßherstcllung
einmal  etwas  näher,  wie  sie  uns  ein  neuerer  Autor  schildert,  um
uns  ein  anschauliches  Bild  der  Arbeitszerlegung  zu  machen.  Die
Lisentafeln  kommen  zunächst  unter  die  Schneidepressen,  die,  mit
Dampf  oder  Elektrizität  angetrieben,  die  schweren  Tafeln  oder
Bandeisen  von  6  mm  Dicke  wie  Papier  zerschneiden.  Die  abgeschnittenen ­
  Streifen  wandern  in  die  Schleiferei,  um  geschliffen
und  mit  Schmirgel  poliert  zu  werden,  zu  den  Lochpressen,  wo  die
Schloßbleche  die  Löcher  für  den  Schlüsselbart,  den  Riegel  und  die
Nieten-  und  Nagellöcher  erhalten,  und  zur  Friktionsmaschine,
welche  die  Ränder  umbiegt.  Damit  ist  das  Schloßblech  fertig,
und  nun  geht  es  an  Herstellung  von  Federn  und  Riegel.  Der
Riegel  wird  mit  den  nötigen  Ausschnitten  aus  Tafeleisen  ausgepreßt. ­
  erhält  zwei  Kopsstücke  zur  Verstärkung  aufgenietetz  die
unter  dem  Dampfhammer  gestemmt  werden,  wird  auf  der  Fräs-Maschine
  abgefräst  und  mit  dem  Schmirgelrad  glatt  geschlissen.
            
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