Full text: Zur Wertzollfrage

seitens eines den Wertzoll etwa erst nach uns einführen 
den Landes den deutschen Außenhandel sonderlich zu 
schrecken braucht. 
Nicht alle die weitgehenden Hoffnungen werden sich 
erfüllen können, die in diesen Ausführungen in sozial- 
und finanzpolitischer Beziehung an den Wertzoll ge 
knüpft werden. Zweifellos bleibt indessen seine un 
mittelbar praktische Bedeutung für unsere handelspoli 
tischen Unterhändler als ebenso starke wie biegsame Waffe 
im Generaltarise, wenn die Regierung vor die Auf 
gabe gestellt sein wird, unsere Tarifverträge zu ver- 
mehren und die bestehenden zu verbessern. Denn auch, 
wo noch aus prinzipiellen oder parteipolitischen Beweg 
gründen der seit dem Jahre 1879 beschrittene Weg unserer 
Handelspolitik bekämpft wird, hat man sich im allgemeinen 
doch zu dem Standpunkte durchgerungen, daß unsere Unter 
händler mit besserem und stärkerem handelspolitischen Rüst 
zeug ausgestattet werden müssen, als früher geschah. Wollen 
wir uns wirklich in Zukunft zum Nutzen unserer Industrie 
von dem überkommenen rohen und uniformen Systeme der 
Meistbegünstigungen abwenden und zu einer Vermehrung 
und Verbesserung der Tarifverträge gelangen, so wird 
man am Wertzoll als einem der wirksamsten, hierzu ver 
helfenden Mittel schon aus Gründen der handelspolitischen 
Taktik nicht vorbeikönnen. 
Nur wer sich stark genug gemacht hat, um Zuge 
ständnisse gewähren zu können, wird hoffen dürfen, Zu 
geständnisse zu erlangen. Es kann deshalb unsere Stel-
	        
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