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Rudolf Bergner „Die deutschen Kolonien in Ungarn", dem
betreffenden Abschnittein K. E. Jung's „Teutsche Kolonien",
sowie den einschlägigen Artikeln der „Deutschen Post".
Nach der Zählung vom 31. Dezember 1880 befinden sich
in ganz Transleithanien unter einer Bevölkerung von 15,642,102
Seelen 1,963,911 Deutsche, ungefähr 12,5 Prozent. Die
Deutschen nehmen unter den verschiedenen Nationalitäten, welche
diese Länder bewohnen, der Zahl nach die vierte Stelle ein;
übertroffen werden sie nur von den Magyaren (41,2Prozent),
Rumänen (16,4Prozent) und Kroato-Serben (15Prozent)
während die Slowaken (11,9 Prozent) ihnen beinahe gleich
kommen. Zu den Zahlenaugaben sei ein für alle Mal bemerkt,
daß des Sprechens noch unfähige Kinder nicht mitgezählt wur-
den. In Ungarn werden die Hochdeutschen im Allgemeinen
Schwaben, die Niederdeutschen Sachsen genannt.
1 Die Deutschen in Westungarn. In den Komita-
ten Preßburg, Wieselburg, Sedeubürg und Eisen-
bürg, an der österreichischen Grenze, in unmittelbarem Zusam-
menhang mit dem großen deutschen Sprachgebiet, wohnen iiber
330.000 Deutsche, welche etwa 40 Prozent der Gesammtbevölke-
rung dieser Komitate, in Wicselburg sogar nahe an 70 Prozent
ausmachen. In der Stadt Preßburg wohnen nach Jung gegen
30.000 Deutsche neben 9000 Slaven und 7000 Magya
ren. Die westungarischen Teutschen scheiden sich in drei
Gruppen: Die HLenzen, welche ihren Namen von Kaiser-
Heinrich III. dem Schwarzen herleiten, die Deutschen
von Ei se nstadt und Rust und die Hcidebauern. Sie
sind sämmtlich Hochdeutsche.
2. Die Deutschen in Mittelungarn. Nördlich vom
Plattensee, östlich von der Raab bis an die Donau befinden