Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Platz  greifen,  als  wir  verhältnismäßig  wenig  Guthaben  im  Auslande
  haben.  Schon  vor  dem  Kriege  hatten  wir  immer  große  Verpflichtungen ­
  an  das  Ausland,  jetzt  sind  sie  noch  gesteigert.  Auch
haben  wir  einen  erheblichen  Teil  unserer  Effekten  verkauft,  aus
denen  wir  Forderungen  an  das  Ausland  hatten.  Am  so  mehr  aber
ist  es  für  uns  von  der  größten  Wichtigkeit,  daß  wir  die  noch  vorhandenen ­
  Guthaben  im  Auslande  und  überhaupt  unseren  ganzen
ausländischen  Besitz  energisch  zurückverlangen.  England  hat  von
Anfang  an  möglichst  allen  privaten  deutschen  Besitz  im  Auslande
beschlagnahmt  und  in  großem  Maße  auch  zu  zerstören  gesucht,
soweit  es  sich  um  Kundschaft,  Handelsbeziehungen  u.  dgl.  handelte,
und  seine  Bundesgenossen  diesseits  und  jenseits  des  Ozeans  haben
sich  an  diesem  völkerrechtswidrigen  Raubzug  großenteils  nur  zu
gern  beteiligt.  Lier  unsere  Ansprüche  möglichst  energisch  geltend  zu
machen,  ist  eine  unserer  wichtigsten  Aufgaben,  der  sich  hoffentlich
unsere  Diplomatie  endlich  einmal  gewachsen  erweist.
In  England  liegen  über  2,5  Milliarden  Mark  Deutschen  gehörige ­
  Wertpapiere,  auf  die  seit  Kriegsbeginn  keine  Zinsen  mehr
bezahlt  worden  sind.  Diese  Zinsen  und  Dividenden  aus  Staatsanleihen, ­
  Eisenbahnpapieren  und  Anternehmungen  der  verschiedensten ­
  Art  repräsentieren  allein  schon  eine  Summe  von  vielleicht  einer
halben  Milliarde  Mark,  die  uns  zu  Ankäufen  im  Auslande  zur  Verfügung ­
  steht.  Die  Effekten  selbst  aber  bilden  eine  weitere  große
Reserve,  die  wir  zur  Anrerlage  von  Krediten  oder  durch  Verkauf
zur  Beschaffung  wichtiger  Rohstoffe  verwenden  können.  Natürlich
muß  England  unter  allen  Amständen  gezwungen  werden,  diesen
Besitz  wieder  herauszugeben.  Aber  vielleicht  sagt  ihm  schon  sein
eigenes  Interesse,  daß  seine  Tätigkeit  als  Vermittler  internationaler
Zahlungen  aufs  schwerste  gefährdet  sein  würde  und  es  jedes  Vertrauen ­
  in  der  Welt  verlieren  würde,  wenn  es  versuchen  wollte,
diesen  Besitz  nicht  zu  achten.  Eventuell  müßte  die  Androhung  mit
einer  Fortsetzung  des  Tauchbootkrieges  es  dazu  zwingen  und  schließlich ­
  haben  wir  in  Frankreich,  Belgien,  Rußland,  Rumänien  usw.
genügend  mobiles  Kapital  als  Kompensationsobjekt  in  der  Land.
Auch  von  den  anderen  Nationen  ist  die  Wiedererstattung  deutschen
Privateigentums  nach  dem  Kriege  auf  das  allerenergischste  zu  verlangen. ­
  Wir  haben  nichtsdestoweniger  noch  ungeheure  Verluste,  die
aus  der  Vernichtung  zahlreicher  deutscher  Anternehmungen  im  Auslande, ­
  aus  dem  Einblick  der  Feinde  in  unsere  Handelsbeziehungen
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