Full text : Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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überall  —  weshalb  man  das  Wollen  der  Handelnden
nur  mit  großer  Vorsicht  als  Index,  mit  noch  größerer
als  Causa,  des  Geschehens  betrachten  darf.
Auch  von  der  Diskussion  dessen,  was  sein  soll,
sind  wir  noch  nicht  losgekommen.  Hier  ist  es  die
Nationalökonomie,  auf  deren  Gebiet  am  meisten  gesündigt, ­
  d.  h.  politisiert  wird.  Daß  darunter  gelegentlich ­
  die  wissenschaftliche  Unvoreingenommenheit  leiden ­
  und  das  Ansehen  der  Wissenschaft  durch  die
Allianz  mit  Parteianschauungen  beeinträchtigt  werden ­
  muß,  ist  zweifellos,  aber  das  ist  noch  das  geringere ­
  Unglück:  Viel  mehr  noch  fällt  ins  Gewicht,
daß  der  Forscher  von  seiner  Arbeit  abgezogen  und
verleitet  werden  kann,  Leistungen  durch  Gesinnungen
zu  ersetzen.  Doch  darf  man  wohl  darauf  hinweisen,
daß  sich  das  Gebiet  politisch  indifferenter  Forschung
trotzdem  immer  mehr  ausdehnt,  auch  tatsächlich  die
politischen  und  sozialen  Parteien  nach  und  nach  beginnen, ­
  für  immer  mehr  Fragen  einen  gemeinsamen
wissenschaftlichen  Boden  anzuerkennen  —  was  offenbar ­
  eine  Vorstufe  für  die  Loslösung  wissenschaftlichen ­
  Forschens  vom  politischen  Wollen  ist  und  sie
erleichtert.  Dann  aber  haben  wir  die  Tatsache  zu
verzeichnen,  daß  sich  seit  einiger  Zeit  in  Deutschland ­
  eine  starke  Bewegung  gegen  politische  Stellungnahme ­
  des  Forschers  als  Forscher  sehr  bemerkbar
macht.  Freilich  ist  diese  Bewegung  mit  einiger  Reserve ­
  zu  beurteilen.  Zunächst  empfängt  sie  einen
Teil  ihrer  Stoßkraft  aus  einer  Reaktion  nicht  gegen
Politisieren  überhaupt,  sondern  gegen  die  konkrete
Parteistellung  der  Mehrzahl  der  deutschen  National-Schumpeter,
  Vergangenh.  u.  Zukunft  d.  Sozialwissensch.  8
            
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