Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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Mit größerer Vorsicht und deshalb größerem äußeren 
Erfolg haben dann Montesquieu, Ferguson u. a. den 
selben Weg fortgesetzt. Aber nicht, was sie auf dem 
Wege erreichten, sondern daß sie ihn fanden, war 
auch hier das Große, daß Unvergängliche. Hier ir 
gendwo wäre auch Burke zu nennen und viele andere 
aus einer prächtigen Schar. Welche Ausblicke sich 
von diesem Weg öffneten auf Höhen, die eine trüge 
rische Spiegelung in herrlicher Nähe erscheinen 
ließ, davon nur ein Beispiel: Im Jahre 1785 schrieb 
A. Smith an einen Freund, er trage sich mit dem Ge 
danken, eine „philosophische“ — was hier so viel ist 
wie analytische — Geschichte der Menschheit und der 
Wissenschaften und Künste zu schreiben. Eine Uni 
versaltheorie vom Menschen und der Gesellschaft und 
allen Lebensäußerungen, von denen die Geschichte er 
zählt I Welch ein Plan — freilich nie ausführbar für 
damals wie für jetzt, aber diese Erkenntnis ist ein 
Trost wie der, daß die Freuden vergangener Jugend 
doch nur Torheit waren. Auch Turgot hat ähnliches 
geplant und solche Pläne schwirrten damals durch 
die Luft.... Nicht als Träume von Dilettanten etwa 
oder als Spekulationen, sondern als konkrete Vorsätze 
starker, besonnener Geister. Welche Mahnung, wel 
ches Vermächtnis 1 
Von dem wissenschaftlichen Kern dieser empiri 
schen Theorien ist aber nun wieder das metaphysische 
Moment zu scheiden, das sich gegen Ende des Jahr 
etwas wert ist, arbeitet — wenn auch an eventuell erfundenem Ob 
jekt — stets mit zureichenden konkreten Ursachenkomplexen für 
alle die Begebenheiten, die es schildert.
	        
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