Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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noch  nicht  gelungen  ist,  dieser  Schwierigkeiten  Herr  zu  werden,
braucht  die  Praxis  darum  doch  nicht  auf  die  Verwendung  des
repräsentativen  Verfahrens  zu  verzichten.  Solange  es  noch  nicht
möglich  ist,  den  Zuverlässigkeitsgrad  der  Verallgemeinerung
quantitativ  zu  bestimmen,  muß  eben  der  „statistische  Instinkt“
wie  auf  so  vielen  anderen  Gebieten  der  praktischen  Statistik  auch,
an  die  Stelle  der  exakten  Messung  treten.  Es  bleibt  daher
dem  mit  dieser  Methode  arbeitenden  »Statistiker  einstweilen  nichts
anderes  übrig,  als  sich  auf  sein  Sicherheitsgefühl  in
bezug  auf  die  repräsentative  Tragfähigkeit  der  Teilergebnisse
zu  verlassen.  Denn  wenn  dies  Gefühl  auch  unsicher  sein  und
von  Person  zu  Person  wie  von  Fall  zu  Fall  schwanken  mag,
ist  doch  nicht  zu  vergessen,  daß  dem  gewissenhaften  Statistiker
die  Zahlenergebnisse  seiner  Teilerhebung  sich  in  einen  mehr
oder  weniger  reichhaltigen  Bestand  auf  anderem  Weg  erworbener
Kenntnisse  der  untersuchten  Sozialerscheinung  einfügen.  Wie
sollte  er  ohne  solche  Kenntnisse  seine  Untersuchung  überhaupt
auch  nur  in  Angriff  nehmen!
Jedenfalls  kann  die  praktische  Statistik  nicht  so  lange
warten,  bis  die  Eule  der  Minerva  ihren  Flug  beendet  hat;  sie
muß  auf  die  Gefahr  hin,  da  und  dort  in  die  Irre  zu  gehen,  ihre
Aufklärungsarbeit  leisten  und  kann  gerade  in  der  heutigen  Zeit
der  repräsentativen  Methode  unter  keinen  Umständen  entbehren.
Wie  anders  wollte  man  wohl  das  massenhafte  sozialstatistisch
bedeutsame  Material,  das  der  Krieg  allenthalben  erzeugt,  in
der  kommenden  Friedenszeit  nutzbar  machen,  die  doch  wiederum
neue  statistische  Aufgaben  in  Hülle  und  Fülle  bringen  wird!  Die
starke  Dosis  Subjektivismus,  die  vorderhand  noch  in  der  Repräsentativerhebung ­
  steckt,  müssen  wir  notgedrungen  in  Kauf
nehmen;  soweit  aber  Vorsichtsmaßnahmen  bekannt  und  verwendbar ­
  sind,  die  deren  Gefährlichkeit  zu  mildern  geeignet
erscheinen,  werden  wir  uns  derselben  soviel  als  möglich  zu  bedienen ­
  haben.
Die  erste  dieser  Maßnahmen  betrifft  die  Auswahl  der  als
repräsentativ  anzusehenden  Teilmasse  und  will  die  Gefahr  des
Subjektivismus  bei  deren  Abgrenzung  ausschließen.  Als  das  beste
Verfahren  —  so  meint  Kaufmann*)  —  sei  jedenfalls  jenes  zu
betrachten,  „wo  die  Auslese  ganz  und  gar  dem  Zufall  in  dem
Sinne  überlassen  wird,  wie  er  in  der  Wahrscheinlichkeitslehre
begriffen  wird,  wo  sie  also  nach  einem  mechanischen  Prinzip ­
  geschieht,  das  mit  den  Aufgaben  und  Zwecken  der  Erhebung
in  gar  keinem  Zusammenhang  steht.“  Nicht  bedachte  Auswahl ­
  auf  Grund  vermuteter  Einsicht  in  die  repräsentative ­
  Vereigenschaftung  des  Einzelfalls,  sondern ­
  b  lindes  Zugreifen  nach  einer  den  untersuchten
Zusammenhängen  wesensfremden  Spielregel  soll

*)  a.  a.  0.  S.  372.
            
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