Ausführungen des Sachverständigen Dr. Reichert
zu der Berechnung der Locopreise.
Die unter Bezugnahme auf das Gutachten „Die.deutschen Schrott-
preise“) gewünschte Angabe, wie sich die Lokopreise in den
Städten Berlin, Hamburg, Breslau, Chemnitz und
Leipzig in den Jahren 1924 bis 1926 tatsächlich nach Monats-
durchschnittspreisen gestellt haben, kann ich leider nicht machen. Der
Deutschen Schrottvereinigung, an die ich mich gewandt habe, liegen
diese Angaben nicht vor, weil sie diese Zahlen in ihrem Geschäfts-
betrieb nicht benötigt. Eine besondere Errechnung ist, aber in der
kurzen zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, denn zur Errech-
nung der Monatsdurchschnittspreise würde es notwendig sein, von Tag
zu Tag in den Jahren 1924 bis 1926 sämtliche abgeschlossenen Geschäfte
zu untersuchen.
Nach Meinung der Deutschen Schrottvereinigung — und dieser
Meinung schließe ich mich an — wird das Ergebnis einer solchen Be-
rechnung im allgemeinen aber darauf hinauslaufen, daß die tatsäch-
lichen Monatsdurchschnittspreise ungefähr in der Mitte zwischen den
in den Anlagen 18, 19, 20, 21 und 22°) des Gutachtens angeführten
niedrigsten und höchsten Lokopreisen liegen. Dieses arithmetische
Mittel ist in der Anlage 1 dieses Schreibens ausgerechnet worden.
Der Enquöte-Ausschuß hat ferner gebeten, auch die Schwan-
kungen der Schrottpreise für die Jahre 1900 bis 1907
durch Angabe von Monatsdurchschnittspreisen zu er-
fahren.
Auch das hat seine Schwierigkeiten, denn. die Organisation der
Deutschen Schrottvereinigung besteht erst. seit dem Frühahr 1904, und
die für diese Errechnung notwendigen Einkaufsabschlußbücher sind
nicht mehr vorhanden, Vielleicht ist dem Ausschuß damit gedient, daß
in Anlage 2 die monatlichen Durchschnittspreise franko ober-
schlesischem Verbrauchswerk für die Zeit vom Mai 1904 bis Ende 1907
angegeben werden. Es sind dies die Preise, die die oberschlesischen Werke
für ihre Kernschrottbezüge tatsächlich gezahlt haben, Diese Preise
dürften zu den rheinisch-westfälischen Notierungen franko Verbrauchs-
werk ungefähr in demselben Verhältnis stehen, wie es für die Jahre 1924
bis 1926 in dem Gutachten „Zur Frage der Schrottpreise in den
wichtigsten Eisenländern‘“?) angegeben worden ist. Die Relation zu den
Mitteldeutschen Preisen kann sich allerdings etwas verschieben, d. h.
die Preisspanne dürfte hier etwas geringer sein, wenn man die niedri-
geren Eisenbahnfrachten der Vorkriegszeit gegenüber den ietzigen
höheren Sätzen berücksichtigt.
') Siehe S. 83329f£.
2) Siehe 8. 892 ff.
3) Siehe S. 349 u. Anl. 13 S. 886.
26 Enq.-Aussch. Ill, Rohstoffvers. d. deutsch. eisenerzeug. Ind.
FC