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Wirtschaftliche Verhältnisse
bildet. An sich minderwertig, ist er in Verbindung mit Petroleum-
rückständen für die Heizung der Lokomotiven recht gut verwendbar.
Der Kohlenbau hat erst in jüngster Zeit begonnen. Von 63378 tun
Werte von 478960 Lei im Jahre 1899/90 wuchs er auf 242027 t
im Werte von 2463811 Lei im Jahre 1912/13 cm; doch ist er auch
heute noch unbedeutend.
An Stein hat Rumänien reiche Sandsteinlager in Gura-Väii
und viel Kalk in Albe^ti. Beide Eesteinsarten sind von vorzüglicher
Güte. Die Steinbrüche gehören meist dem Staate und werden
verpachtet. Ihrer gab es 1911/12 99 mit einem Flächenausmaße
von 726 bs, und einer Ausbeute von Steinen aller Art im Werte
von 211937 Lei.
2." Gewerbe und Industrie
Das Gewerbe schloß sich in früheren Zeiten in Rumänien
eng an die Landwirtschaft an, da nur landwirtschaftliche Erzeug
nisse verarbeitet wurden, wie Wolle, Seide, andere Faserstoffe,
Holz, Leder u. dergl. Bäuerliche Hausindustrie hat von jeher Ge
webe, Kleider und Teppiche, Pelzwerk, Lederstiefel, Schuhe und
Gürtel, Strohhüte, Weidenkörbe, Bottiche und Fässer, Ackergeräte
und Fuhrwerke, Stühle usw. hergestellt. Besonders entwickelt hat
sich die häusliche Tertilindustrie. Jede Bäuerin versteht zu spinnen
und zu weben. Die Muster, die in wenigen leuchtenden Farben in
das Leinen und in die Teppiche eingewebt werden, entstammen
der osteuropäischen Volkskunst, sind aber spezifisch rumänisch. Von
besonders erlesenem Geschmack sind die Stickereien auf den Ärmeln,
den Brust- und den Schulterteilen der Hemden, die auch heute noch
von den Bäuerinnen aus dem Kopfe in den von den Voreltern
übernommenen traditionellen Formen ausgeführt werden.
Zu dieser hochentwickelten Hausindustrie, die fast alle Bedürf
nisse des Landvolkes deckt, ist durch die Tätigkeit zahlreicher Hand
werkerschulen ein modernes Gewerbe hinzugetreten, das dem städ
tischen Bedarfe vollständig entspricht. Vertreten sind alle Branchen.
Die Gewerbetreibenden sind in Korporationen vereinigt, die
sich in Genossenschaften gliedern. Im Jahre 1911 bestanden ins
gesamt 116 Korporationen mit 796 Genossenschaften, denen 33400
männliche und 3278 weibliche, zusammen daher 36678 selbständige
Gewerbeinhaber und 58962 gewerbliche Hilfsarbeiter angehörten.
Die Löhne der letzteren bewegten sich zwischen 1 und 5 Lei und be
trugen im Mittel 2,6 Lei täglich. Für die Hilfsarbeiter besteht auch
eine Krankenversicherung, welche Krankenunterstützungen meist in
der Höhe der Hälfte des Tagelohnes gewährleistet.