Object: Weltporto-Reform

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nächst statt gleich auf 10 erst auf 20 oder 15 Centimes 
für je 20 g herabzugehen. Die Herabsetzung auf 15 Centimes 
würde insofern, als jetzt schon für doppelte und mehrfach 
schwere Briefe 15 Centimes für je 20 g gelten, manches für sich 
haben und eine gewisse Einheitlichkeit schaffen. 
Aber eine Ermässigung bloss auf den Satz von 20 Cen 
times, wie ihn Japan, von England u. a. unterstützt, und eben 
falls Holland 1906 auf dem Weltpostkongress zu Rom be 
antragten und Stephan ihn schon 1868 geplant hatte, würde 
heute doch nur eine sehr geringe Erleichterung sein und kaum 
merklich zu einer Verkehrssteigerung führen. Beachtenswert 
bleibt aber, dass 1906 auf dem Kongress doch 17 Stimmen für 
eine solche Neuerung (20 Centimes für je 20 g) stimmten, aber 
37 noch dagegen waren, neben drei Stimmenthaltungen. 
Doch auch 15 Centimes für je 20 g erscheinen heute un 
genügend, wenn man bedenkt, dass schon nahezu die Hälfte 
aller nach auswärts gerichteten internationalen Briefkorrespondenz 
gegenwärtig den Vorzugstarifen von Postvereinen unterliegt xind 
meist nur 10 Centimes oder 1 Penny oder 10 Pf. bezahlt. Mit 
einem neuen Weltportotarif von 15 Centimes für je 20 g würde 
also die dringend notwendige grundsätzliche Einheitlichkeit und 
die Zurückführung auf den mittleren Inlandstarif nicht erreicht, 
sondern der vorhandene Dualismus von Weltporto und Post 
vereinsporto weiter verewigt werden. 
Das ist aber nicht wünschenswert und würde eine Halbheit 
sein. Man sollte höchstens gestatten, dass neben dem grund 
sätzlichen 10 Centimes-Porto in einer möglichst be 
fristeten Übergangszeit auch Abweichungen bis zu 
15 Centimes zulässig sein sollen, um damit den rückständig 
hohen inneren Tarifen einzelner Länder Rechnung zu tragen. 
Auf dem Berner Kongress 1874, wo der Weltpostverein 
gegründet wurde, gestattete man Abweichungen vom Normal 
porto von 25 Centimes, die nach oben bis zu 32 Centimes und 
nach unten bis zu 20 Centimes gehen durften. 
Da man auf dem Kongress niemand zwingen kann, so 
würde also auch für das künftige Weltporto von 10 Centimes 
ein gewisser Spielraum einzuräumen sein. Russland, die 
Türkei und Australien könnten ja, wenn es nicht anders geht,
	        
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