Full text: Fortschritt und Armut

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Materieller Fortschritt und Verteilung. 
Buch IV. 
der Literatur zu eröffnen; in Wahlzeiten kommen Stumpredner, und 
der Bürger erhebt sich zu einem Gefühl der Würde und Macht, wenn 
in dem Kampfe von pinz und Kunz um seine Unterstützung und seine 
Stimme das Wohl des Staats vor ihm verhandelt wird. Und nach und 
nach kommt der Zirkus, der feit Monaten das Tagesgespräch war und 
den Kindern, deren Horizont die Prärie gewesen, alle Reiche der Phan 
tasie öffnet: Prinzen und Prinzessinnen der Märchenwelt, gepanzerte 
Kreuzritter und beturbante Mohren, Aschenbrödel, Feenwagen und 
die Riesen der Ammenweisheit, Löwen, wie sie sich vor Daniel nieder 
legten oder im römischen Amphitheater die heiligen Gottes zerrissen, 
Strauße, die an die sandigen Wüsten erinnern, Kameele, wie die, die 
dabei standen, als die bösen Brüder Joseph vom Brunnen wegschleppten 
und in die Sklaverei verkauften, Elefanten, wie sie die Alpen mitHannibal 
überschritten oder das Schwert der Makkabäer fühlten, und herrliche 
Musik, die in den Kammern des Geistes tönt und baut, wie sich die sonnige 
Kuppel Kubla Khans erhob. 
Geht man jetzt zu unserem Ansiedler und sagt zu ihm: „Du hast 
soundso viele Fruchtbäume, die du pflanztest, soundso viel Zäune, 
einen Brunnen, eine Scheune, ein Haus, kurz, du hast durch deine Arbeit 
dieser Besitzung soundso viel Wert hinzugefügt. Dein Land selbst ist 
nicht gerade sehr gut. Du hast stark davon geerntet, und nach und nach 
wird es Dünger brauchen. Ich will dir den vollen Wert aller deiner 
Verbesserungen geben, wenn du es mir abtreten und mit deiner Familie 
wieder über die Grenze der fernsten Ansiedlung hinausgehen willst." 
Er würde lachen. Sein Land ergibt nicht mehr Weizen oder Kartoffeln 
als vorher, aber es liefert ihm weit mehr von allen Notwendigkeiten 
und Annehmlichkeiten des Lebens. Seine Arbeit wird auf demselben 
keine größeren und, wie wir annehmen wollen, keine wertvolleren Ernten 
hervorbringen, aber sie wird weit mehr von all den anderen Dingen 
beschaffen, für die die Menschen arbeiten. Die Anwesenheit anderer 
Ansiedler — die Bevölkerungszunahme —hat die Produktivität der auf 
diese Dinge verwendeten Arbeit erhöht, und diese erhöhte Produktivität 
verleiht dem Lande eine Überlegenheit über Land gleicher Natur, wo 
noch keine Ansiedler sind. Wenn kein anderer Grund und Boden übrig 
bleibt, als solcher, der ebensoweit von bevölkerten Gegenden entfernt 
ist, wie der unseres Ansiedlers, als er zuerst hinkam, so wird der Preis 
oder die Rente dieses Landes durch die Gesamtheit dieser erhöhten Fähig 
keiten bemessen werden. Wenn aber, wie wir angenommen haben, 
eine ununterbrochene Strecke gleich guten Landes vorhanden ist, über 
das die Bevölkerung sich nun ausbreitet, so wird es für den neuen An 
siedler nicht nötig sein, in die Wildnis zu gehen, wie es der Erste tat. 
Er wird sich gerade hinter den letzten Ansiedlern niederlassen und den 
Vorteil ihrer Nachbarschaft erlangen. Der Preis oder die Rente des 
Landes unseres Ansiedlers wird somit von dem Vorteil abhängen, welchen 
es dadurch hat, daß es im Mittelpunkte, anstatt an der Peripberie der
	        
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