Das Problem gelöst.
Buch V.
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allein verschaffen kann, wir sprechen von „Arbeitsmangel", aber un
streitig ist es nicht Arbeit, die fehlt, solange der Mangel fortdauert;
offenbar kann das Arbeitsangebot nicht zu groß sein, noch die Nachfrage
nach Arbeitskräften zu klein, wenn Menschen an Dingen Mangel leiden,
welche die Arbeit erzeugt. Der wahre Grund muß der sein, daß das An
gebot auf irgendeine weise verhindert ist, der Nachfrage zu entsprechen;
daß irgendwo ein Hindernis besteht, welches die Arbeit verhindert, die
Dinge zu erzeugen, welche die Arbeiter brauchen.
Nehmen wir den Fall irgendeines Angehörigen dieser großen
Massen unbeschäftigter Leute, dem, obgleich er nie von Malthus hörte,
es heute scheint, daß zu viel Menschen in der Welt sind. In seinen eigenen
Bedürfnissen, in den notwendigsten Erfordernissen seines sorgenvollen
Weibes, in den Bitten seiner kaum halbversorgten, vielleicht gar hungrigen
und frierendenKinder ist, der Himmel weiß es! Begehr genug nach Arbeit.
Setzt man ihn auf eine einsame Insel, so vermögen seine beiden Hände
obgleich abgeschnitten von allen den ungeheuren Vorteilen, welche das
Zusammenwirken, die Vereinigung und die Maschinen eines zivilisierten
Landes der produktiven Kraft des Menschen verleihen, die Münder derer,
die auf sie angewiesen sind, zu füllen und ihre Rücken warm zu halten,
wo hingegen die produktive Kraft ihren Höhepunkt erreicht, da ist er
nicht imstande dazu, warum? Ist der Grund nicht der, daß er in dem
einen Falle zu den Stoffen und Kräften der Natur Zutritt hat und ihm
in dem anderen dieser Zutritt versagt ist?
Ist es nicht der Umstand, daß die Arbeit von der Natur ausgesperrt
ist, der allein den Stand der Dinge erklären kann, durch welchen Menschen
zum Müßiggang gezwungen werden, die sich gern ihre Bedürfnisse durch
ihre Arbeit verschaffen würden? Die unmittelbare Ursache erzwungenen
Nichtstuns mag bei einer Reihe von Menschen das Aufhören der Nachfrage
seitens anderer Menschen nach den Dingen sein, die sie gerade produzieren;
verfolgt man aber diese Ursache von Punkt zu Punkt, von Beschäftigung
zu Beschäftigung, so wird man finden, daß das erzwungene Nichtstun
in einer Branche durch die erzwungene Untätigkeit in einer anderen
verursacht ist, und daß die Lähmung, welche Stillstand in allen Geschäfts
branchen erzeugt, nicht als einem zu großen Arbeitsangebot oder einer zu
kleinen Arbeitsnachfrage entspringend, betrachtet werden kann, sondern
aus dem Umstande entstehen muß, daß das Angebot nicht mit der Nach
frage zusammentreffen kann, um die Dinge zu erzeugen, welche dem
Mangel abhelfen und der Zweck der Arbeit sind.
Was aber erforderlich ist, um die Arbeit zu befähigen, diese Dinge
hervorzubringen, ist Land, wenn wir sagen, die Arbeit schaffe Güter,
so ist dies bildlich gesprochen. Der Mensch erschafft nichts. Das ganze
Menschengeschlecht könnte ewig arbeiten und nicht das kleinste Staub
teilchen, das in einem Sonnenstrahle schwebt, erschaffen, könnte diese
rollende Kugel nicht um ein Atom schwerer oder leichter machen. In der
Güterproduktion bringt die Arbeit nur mit Hilfe der Naturkräfte schon