Full text : Fortschritt und Armut

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Kap.  JII.  Der  Vorschlag  an  den  Regeln  der  Besteuerung  geprüft.  5Q\

H.  Daß  sie  gleich  belaste,  um  keinem  Bürger  einen  Vorteil  oder
Nachteil  im  vergleich  zu  anderen  zuzufügen.
Überlegen  wir,  welche  Form  der  Besteuerung  mit  diesen  Bedingungen ­
  am  besten  übereinstimmt,  welche  immer  es  sein  möge,
offenbar  wird  diese  die  beste  Art  und  weise  sein,  in  welcher  die  öffentlichen ­
  Einkünfte  erhoben  werden  können.
1.  Die  Wirkung  der  Steuern  aus  die  Produktion.
Alle  Steuern  müssen  offenbar  aus  den  Erzeugnissen  des  Bodens
und  der  Arbeit  kommen,  weil  es  keine  andere  Güterquelle  gibt,  als
die  Vereinigung  menschlicher  Anstrengung  mit  den  Stoffen  und  Kräften
der  Natur.  Aber  die  Art  und  weise,  in  welcher  diese  Steuersummen
auferlegt  werden  können,  berührt  die  Güterproduktion  auf  sehr  verschiedene ­
  weise.  Die  Besteuerung,  welche  die  Belohnung  des  Produzenten ­
  vermindert,  vermindert  notwendig  auch  den  Sporn  zur  Produktion; ­
  die  Besteuerung,  welche  auf  die  Produktionsart  oder  den  Gebrauch ­
  eines  der  drei  Faktoren  der  Produktion  gelegt  ist,  entmutigt  notwendig ­
  die  Produktion.  Die  Besteuerung,  welche  die  Verdienste  der
Arbeiter  oder  die  Erträge  des  Kapitalisten  vermindert,  macht  daher  die
einen  weniger  betriebsam  und  intelligent,  den  anderen  weniger  zum
Sparen  und  zum  Anlegen  seines  Kapitals  geneigt.  Eine  Steuer,  welche
auf  die  Verrichtungen  der  Produktion  fällt,  stellt  der  Schaffung  von
Gütern  ein  künstliches  Hindernis  entgegen.  Eine  Steuer  auf  die  Arbeit,
die  faktisch  getan  wird,  auf  die  Güter,  die  als  Kapital  verwendet  werden,
auf  das  Land,  das  bebaut  wird,  wird  unzweifelhaft  die  Produktion
viel  gewaltiger  entmutigen,  als  eine  Besteuerung  in  gleicher  Höhe,
die  von  den  Arbeitern  erhoben  wird,  ob  sie  arbeiten  oder  ihrem  Vergnügen ­
  nachgehen,  von  den  Gütern,  ob  sie  produktiv  oder  unproduktiv
verwendet  werden,  oder  vom  Lande,  ob  dasselbe  bebaut  wird  oder
brach  liegt.
Der  Modus  der  Besteuerung  ist  tatsächlich  ganz  so  wichtig  als  der
Betrag,  wie  eine  kleine,  schlecht  verteilte  Last  einem  Pferde  schaden
kann,  das  mit  Leichtigkeit  eine  besser  verteilte  von  viel  größerem  Gewicht
tragen  würde,  so  kann  ein  Volk  arm  gemacht  und  seine  Fähigkeit,  Güter
ZU  produzieren,  durch  eine  Besteuerung  vernichtet  werden,  welche,  auf
andere  weise  erhoben,  mit  Bequemlichkeit  getragen  werden  würde.
Eine  durch  Mehemed  Ali  auferlegte  Steuer  auf  Dattelbäume  veranlaßte
die  ägyptischen  Fellahs,  ihre  Bäume  umzuhauen,  aber  eine  doppelt
so  hohe  Steuer  auf  den  Boden  bewirkte  kein  solches  Resultat.  Die  vom
Herzog  Alba  in  den  Niederlanden  auferlegte  Steuer  von  i^o  Prozent
von  allen  Verkäufen  würde  bei  längerer  Dauer  allen  Verkehr  so  gut  wie
abgeschnitten  und  dabei  nur  wenig  Ertrag  geliefert  haben.
Aber  wir  brauchen  nicht  nach  Beispielen  in  die  Ferne  zu  schweifen.
Die  Gütererzeugung  in  den  vereinigten  Staaten  wird  bedeutend  ver ­
            
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