Full text : Fortschritt und Armut

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Kap.  I.  Über  die  Wirkung  auf  die  Güterproduktion.

Aber  die  Last  der  Besteuerung  von  der  Produktion  und  dem  Austausch ­
  auf  den  Wert  oder  die  Rente  des  Landes  übertragen,  würde
nicht  allein  der  Güterproduktion  neuen  Antrieb  verleihen,  sondern  ihr
auch  neue  Gelegenheiten  eröffnen.  Denn  unter  diesem  System  würde
niemand  Land  anders  als  zur  Benutzung  behalten,  und  jetzt  der  Benutzung
entzogenes  Land  würde  allenthalben  zum  Anbau  offen  stehen.
Der  Verkaufspreis  des  Bodens  würde  fallen,  die  Grundstückspekulation ­
  würde  ihren  Todesstreich  empfangen,  die  Landmonopolisierung ­
  würde  sich  nicht  länger  lohnen.  Millionen  und  aber  Millionen
Morgen,  von  denen  jetzt  die  Ansiedler  durch  hohe  preise  ausgeschlossen
sind,  würden  von  ihren  gegenwärtigen  Besitzern  aufgegeben  oder  den
Ansiedlern  zu  bloß  nominellen  Preisen  verkauft  werden.  Und  dies  nichü
etwa  bloß  an  den  Grenzen,  sondern  auch  in  Gegenden,  die  jetzt  schon
als  gut  angebaut  betrachtet  werden,  hundert  Meilen  um  San  Franziska
würde  so  genug  Land  frei  werden,  um  selbst  bei  den  jetzigen  Betriebsmethoden ­
  eine  ländliche  Bevölkerung  zu  fassen,  so  groß  wie  die,  welche
jetzt  von  Oregon  bis  zu  der  800  Meilen  entfernten  mexikanischen  Grenze
Zerstreut  lebt.  In  demselben  Grade  würde  dies  für  die  meisten  westlichen
Staaten  zutreffen,  und  annähernd  auch  für  die  älteren  östlichen  Staaten,
denn  selbst  in  New  pork  und  pennsylvanien  ist  die  Bevölkerung  im
vergleich  mit  der  Kapazität  des  Landes  noch  dünn.  Und  selbst  im  dichtbevölkerten ­
  England  würde  eine  solche  Politik  dem  Anbau  viele  pundertlausende
  Morgen  eröffnen,  die  jetzt  zu  Privatparks,  Wildgehegen  und
Tiergärtchen  dienen.
Denn  dieses  einfache  Projekt,  alle  Steuern  auf  den  Grund  und-Boden
  zu  legen,  würde  in  seiner  Wirkung  darauf  hinauskommen,  den
Boden  im  Aufstrich  demjenigen  zu  sichern,  der  dem  Staate  die  höchste
Rente  dafür  zahlt.  Die  Nachfrage  nach  Land  bestimmt  dessen  wert,,
und  wenn  daher  die  Steuern  so  festgesetzt  werden,  um  jenen  wert  fa
Ziemlich  zu  absorbieren,  so  muß  derjenige,  welcher  Land  zu  besitzen
wünscht,  ohne  es  zu  benutzen,  annähernd  so  viel  dafür  zahlen,  als  es  für
jeden  wert  sein  würde,  der  es  benutzen  wollte.
Und  man  muß  sich  erinnern,  daß  dies  nicht  bloß  für  Ackerland,,
sondern  für  alles  Land  gelten  würde.  Mineralgrund  würde  der  Benutzung ­
  auf  dieselbe  weise  wie  Ackerland  übergeben  werden,  und  im
Kerzen  einer  Stadt  könnte  niemand  mehr  sich  einfallen  lassen,  Grundstücke ­
  der  besten  Verwendung  vorzuenthalten  oder  in  den  Vorstädten
Ulehr  dafür  zu  verlangen,  als  der  daraus  zur  Zeit  zu  erzielende  Nutzen
rechtfertigen  würde.  Überall,  wo  das  Land  einen  Preis  erreicht  hat,,
würde  die  Besteuerung,  nicht  wie  jetzt  gleich  einer  Strafe  auf  Verbesserungen ­
  einwirken,  sondern  zu  Verbesserungen  zwingen,  wer  einen
Dbstgarten  pflanzt,  ein  Feld  besät,  ein  paus  baut,  oder  eine  gleichviel,,
wie  kostspielige  Fabrik  errichtet,  würde  an  Steuern  nicht  mehr  zu  zahlen
9aben,  als  ob  er  so  viel  Land  müßig  liegen  ließe.  Der  Monopolist  von
Ackerland  würde  gerade  so  besteuert  werden,  als  ob  fein  Grund  und  Boden.
            
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