Full text : Fortschritt und Armut

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Kap.  IV.  Auf  welche  Weise  die  moderne  Zivilisation  zurückgehen  kann.

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das  Gesetz  der  Moral?  Allein  in  dem  Maße,  wie  die  sozialen  Einrichtungen ­
  die  Gerechtigkeit  befördern,  die  Gleichheit  der  Menschenrechte
anerkennen,  jedem  die  volle,  nur  durch  die  gleiche  Freiheit  jedes  anderen
beschränkte  Freiheit  sichern,  muß  die  Zivilisation  vorschreiten.  Zn  dem
Maße,  wie  sie  dies  unterlassen,  muß  die  Zivilisation  zum  Stillstand
gelangen  und  zurückgehen.  Die  Nationalökonomie  und  die  Sozialwissenschast
  können  nichts  lehren,  was  nicht  in  den  einfachen  Wahrheiten
enthalten  wäre,  welche  armen  Fischern  und  jüdischen  Bauern  gelehrt
wurden  von  einem,  der  vor  achtzehnhundert  Zähren  gekreuzigt  wurde  —
die  einfachen  Wahrheiten,  welche  unter  den  Verdrehungen  der  Selbstsucht ­
  und  den  Entstellungen  des  Aberglaubens  die  Grundlage  jeder
Religion  bilden,  die  je  die  geistige  Sehnsucht  des  Menschen  zu  formulieren
suchte.

Kapitel  IV.
Auf  welche  Weise  die  moderne  Zivilisation  zurückgehen  kann.
Die  Schlüsse,  zu  denen  wir  so  gelangt  sind,  stimmen  vollständig
mit  unseren  früheren  Schlüssen  überein.
Das  Gesetz  des  menschlichen  Fortschrittes  bringt  die  nationalökonomischen ­
  Gesetze,  die  wir  in  dieser  Untersuchung  entwickelt  haben,
nicht  nur  unter  ein  höheres,  vielleicht  das  höchste  Gesetz,  das  unser
Geist  zu  erfassen  vermag;  sondern  es  beweist  auch,  daß  die  Herstellung
des  gemeinsamen  Eigentums  am  Grund  und  Boden  in  der  von  mir
vorgeschlagenen  weise  der  Zivilisation  einen  ungemeinen  Anstoß  geben
würde,  während  die  Unterlassung  dieser  Pflicht  den  Rückgang  herbeiführen ­
  muß^  Line  Zivilisation  wie  die  unsrige  muß  entweder  vorschreiten
oder  zurückgehen,  sie  kann  nicht  stillstehen.  Sie  ist  nicht  wie  jene  homogene
Zivilisation  des  Niltales,  welche  die  Menschen  nach  ihren  Plätzen  modelte
und  sie  gleich  Ziegeln  in  eine  Pyramide  einfügte.  Sie  gleicht  vielmehr
jener  Zivilisation,  deren  Steigen  und  Fallen  innerhalb  historischer
Zeiten  liegt  und  der  sie  auch  entsprungen  ist.
Ls  herrscht  jetzt  eine  Neigung,  über  jede  Andeutung,  daß  wir  nicht
in  allen  Beziehungen  fortschreiten,  zu  spotten,  und  der  Geist  unserer
Zeit  ist  der  des  Erlasses,  den  der  höfische  Premierminister  dem  chinesischen
Kaiser,  welcher  die  alten  Bücher  verbrannte,  vorschlug:  „daß  alle,  die
miteinander  über  die  Schi  und  Schn  zu  sprechen  wagten,  zu  Tode  verurteilt ­
  werden  und  die,  welche  die  Vergangenheit  erwähnten,  um  die
Gegenwart  zu  tadeln,  samt  ihren  Anverwandten  den  Tod  erleiden
sollten."
Dennoch  ist  es  klar,  daß  es  Zeiten  des  Rückganges  gegeben  hat,
            
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