Full text : Fortschritt und Armut

Das  Gesetz  des  menschlichen  Fortschrittes.

Buch  X.

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springen  einer  Verweigerung  der  Gerechtigkeit.  Zndem  wir  die  Monopolisierung ­
  der  Naturgaben  zuließen,  welche  die  Natur  allen  gleichmäßig
darbietet,  haben  wir  das  fundamentale  Gesetz  der  Gerechtigkeit  mißachtet; ­
  denn  soweit  wir  zu  sehen  vermögen,  scheint,  wenn  wir  die  Dinge
nach  einem  großen  Maßstabe  betrachten,  die  Gerechtigkeit  das  höchste
Weltgesetz  zu  sein.  Dadurch  aber,  daß  wir  diese  Ungerechtigkeit  beseitigen
und  die  Rechte  aller  Menschen  auf  die  Naturgaben  anerkennen,  werden
wir  dem  Gesetze  gemäß  handeln,  die  Lsauptursache  der  unnatürlichen
Ungleichheit  in  der  Verteilung  des  Reichtums  und  der  Macht  entfernen,
die  Armut  abschaffen,  die  unbarmherzige  Leidenschaft  der  Habsucht
zähmen,  die  «Duellen  des  Lasters  und  Elends  austrocknen,  an  dunklen
Orten  die  Leuchte  des  Wissens  anzünden,  dem  Erfindungsgeiste  neue
Kraft  und  den  Entdeckungen  frischen  Impuls  verleihen,  politische  Stärke
an  die  Stelle  politischer  Schwäche  setzen  und  Tyrannei  und  Anarchie
unmöglich  machen.
Die  von  mir  vorgeschlagene  Reform  stimmt  mit  allem  überein,
was  in  politischer,  sozialer  oder  moralischer  Beziehung  wünschenswert ­
  ist.  Sie  hat  die  Eigenschaften  einer  wahren  Reform,  denn  sie  wird
alle  anderen  Reformen  leichter  machen.  Was  ist  sie  anders,  als  die  dem
Buchstaben  und  Geist  entsprechende  Ausführung  der  in  der  Unabhängigkeitserklärung ­
  verkündigten  Wahrheit  —  der  „selbstverständlichen"
Wahrheit,  die  das  Herz  und  die  Seele  der  Erklärung  ist:  „daß  alle
Menschen  gleichgeschaffen  sind,  daß  sie  von  ihrem  Schöpfer
mit  gewissen  unveräußerlichen  Rechten  ausgestattet  sind,
daß  zu  denselben  Leben,  Freiheit  und  das  Streben  nach
Glück  gehören!"
Diese  Rechte  werden  aber  verweigert,  wenn  das  gleiche  Recht  auf
den  Grund  und  Boden,  auf  welchem  und  von  welchem  die  Menschen
allein  leben  können,  verweigert  wird.  Die  Gleichheit  der  politischen
Rechte  bietet  keinen  Ersatz  für  die  Verweigerung  des  gleichen  Rechtes
auf  die  Gaben  der  Natur.  Die  politische  Freiheit  wird,  sobald  das  gleiche
Recht  auf  den  Grund  und  Boden  verweigert  wird,  bei  Zunahme  der
Bevölkerung  und  der  Erfindungen  nur  die  Freiheit,  zu  Hungerlöhnen
um  Beschäftigung  zu  konkurrieren.  Dies  ist  die  Wahrheit,  welche  wir
mißachtet  haben.  Und  so  kommen  die  Bettler  in  unsere  Städte  und  die
Landstreicher  auf  unsere  Heerstraßen;  die  Armut  macht  Menschen  zu
Sklaven,  die  wir  mit  politischen  Herrschaftsrechten  aufputzen;  die  Not
erzeugt  Unwissenheit,  die  von  unseren  Schulen  nicht  erhellt  werden  kann;
Bürger  stimmen,  wie  es  ihre  Herren  vorschreiben;  der  Demagoge  usurpiert
den  Platz  des  Staatsmannes;  Gold  wiegt  in  den  Wagschalen  der  Gerecht
tigkeit;  in  hohen  Stellungen  sitzen  Leute,  die  nicht  einmal  die  Maske
der  Bürgertugend  annehmen,  und  die  Pfeiler  der  Republik,  die  wir
für  so  stark  hielten,  beugen  sich  bereits  unter  der  zunehmenden  Wucht.
Wir  ehren  die  Freiheit  dem  Namen  und  der  Form  nach.  Wir  errichten ­
  ihr  Statuen  und  lassen  ihr  Lob  ertönen.  Aber  wir  haben  ihr  nicht
            
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