Full text : Fortschritt und Armut

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Arbeitslohn  und  Kapital.

Buch  I.

fingerhut  oder  einen  Laib  Brot.  Sie  alle  sind  fertige  Erzeugnisse.
Aber  sie  wurden  nicht  auf  eininal  oder  durch  eine  einzige  Kategorie
von  Produzenten  geschaffen.  Und  da  dies  so  ist,  so  unterscheiden  wir
leicht  verschiedene  Punkte  oder  Stufen  in  der  Erschaffung  des  Wertes,
welchen  sie  als  fertige  Artikel  darstellen.  Unterscheiden  wir  nicht  die
verschiedenen  Teile  in  dem  letzten  Produktionsprozesse,  so  unterscheiden ­
  wir  doch  den  wert  der  Materialien.  Der  wert  dieser  letzteren
kann  oft  wiederum  vielmals  aufgelöst  werden  und  eben  so  viele  klar
erkennbare  Stufen  in  der  Erschaffung  des  schließlichen  Wertes  darstellen. ­
  Bei  jeder  dieser  Stufen  schätzen  wir  gewohnheitsmäßig  eine
Wertschaffung,  eine  Kapitalvermehrung.  Das  Brot,  das  der  Bäcker
aus  dem  Gfen  nimmt,  hat  einen  gewissen  wert.  Aber  dieser  besteht
teilweise  aus  dem  werte  des  Mehls,  aus  dem  der  Teig  gemacht  wurde,
und  dieser  ist  wieder  zusammengesetzt  aus  dem  werte  des  Weizens,
dem  durch  das  Mahlen  verliehenen  wert  usw.  Roheisen  ist  kein
fertiges  Produkt,  es  muß  noch  durch  verschiedene  oder  vielleicht
viele  Stadien  der  Produktion  gehen,  ehe  es  zu  den  fertigen  Artikeln
wird,  die  den  schließlichen  Zweck  ausmachen,  weshalb  man  das  Eisenerz ­
  aus  dem  Schacht  holte.  Ist  aber  Roheisen  nicht  trotzdem  Kapital?
Und  so  ist  der  Produktionsprozeß  nicht  wirklich  vollendet,  nachdem  die
Baumwolle  geerntet  oder  gereinigt  und  gepreßt  ist,  oder  wenn  sie  in
Lowell  oder  Manchester  anlangt,  oder  wenn  sie  gesponnen  oder  gewebt
ist,  sondern  erst  dann,  wenn  sie  schließlich  in  die  pände  der  Konsumenten
gelangt.  Dennoch  findet  klar  genug  bei  jeder  Stufe  dieses  Prozesses
eine  Erzeugung  von  wert,  eine  Vermehrung  von  Kapital  statt,  warum
also  sollte,  wenn  wir  sie  auch  gewöhnlich  nicht  so  unterscheiden  und
abschätzen,  nicht  auch  eine  Werterzeugung,  eine  Kapitalvermehrung
stattfinden,  wenn  die  Erde  für  die  Aussaat  gepflügt  wird?  Etwa  nicht,
weil  möglicherweise  ein  schlechtes  Jahr  eintreten  und  die  Ernte  schlecht
ausfallen  kann?  Offenbar  nicht,  denn  eine  gleiche  Möglichkeit  des  Mißerfolges ­
  liegt  bei  jeder  der  vielen  Stufen  in  der  Perstellung  des  fertigen
Artikels  vor.  Im  Durchschnitt  muß  eine  Ernte  sicher  kommen,  und  so
und  so  vieles  Pflügen  und  Säen  wird  im  Durchschnitt  so  und  so  viele
Baumwolle  hervorbringen,  wie  so  und  so  vieles  Spinnen  von  Baumwollengarn ­
  so  und  so  vielen  Stoff  ergeben  wird.
Kurz,  da  die  Lohnzahlung  immer  von  dem  Arbeitsertrag  abhängt,
so  schließt  die  Lohnzahlung  in  der  Produktion,  wie  lange  auch  der  Prozeß
dauern  möge,  nie  einen  Kapitalvorschuß  ein,  noch  vermindert  sie  das
Kapital  auch  nur  zeitweise.  Es  mag  ein  Jahr  oder  selbst  Jahre  erfordern,
um  ein  Schiff  zu  bauen,  aber  die  Schaffung  des  wertes,  den  schließlich
das  Schiff  haben  wird,  geht  Tag  für  Tag,  Stunde  für  Stunde  vor  sich,
von  der  Zeit  an,  wo  der  Kiel  gelegt  oder  auch  nur  der  Bauplatz  dazu
vorbereitet  wurde.  Auch  vermindert  der  Schiffbauer  durch  die  Zahlung
von  Löhnen  vor  Beendigung  des  Schiffes  weder  fein  Kapital  noch
das  Kapital  des  Gemeinwesens,  denn  der  wert  des  teilweise  voll ­
            
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