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,Die Herrschaft des Wortes“,
in dieser Kritik kein Raum dafür, zu erklären, weshalb mir gerade diese
Aussagen unter ihresgleichen als die bedeutsamsten erscheinen müssen.
„Die allgemeinsten ökonomischen Kategorien, die Elemente aller Wirt
schaft, die jedem durch das ökonomische Grundverhältnis beherrschten
Handeln zugrunde liegen . . . mit ihnen sind die Grundbegriffe der Wirt
schaft gegeben, die den Ausgangspunkt und allgemeinen Teil unserer Wissen
schaft vom Ökonomischen liefern.“
E. Sax, Grundlegung der Staatswirtschaft, S. 113.
„Die bloße Induktion vieler Einzelbeobachtungen kann die Grundbegriffe
. . . nicht liefern. Die fundamentalen Bedingungen der sozialwissenschaft
lichen Erkenntnis sind für sich in besonders gearteter Methode zu ergründen.“
R. Stammler, Wirtschaft und Recht, 1896, S. 13.
„Die nähere Entwicklung der Sozialstoffwechsellehre oder der National
ökonomie heischt nun vor allem die Feststellung einiger Grundvorstellungen
des nationalökonomischen Begreifens. Als „Grundbegriffe“ dürfen wir aber
nicht Vorstellungen von geschichtlich vergänglichen, sondern nur von grund
wesentlichen, dem Stoffwechsel stets angehörigen Beziehungen, nicht historische,
sondern absolute Kategorien ins Auge fassen.“
Schäffle, Bau und Leben des Sozialen Körpers, III, S. 345.
Die Aussagen dieses Schlages darf man übrigens nicht mit den
zahlreichen und zusammenhängenden Erörterungen verwechseln, von
der Art, wie sie besonders F. J. Neumann wiederholt gepflogen hat.
Sie gelten jenem „Bestimmen der Grundbegriffe“, das erst später er
örtert wird. Natürlich ist auch da jedesmal ein Rückschluß darauf
möglich, wie sich die betreffenden Forscher zu der Bezeichnung „Grund
begriffe“ stellen. Man findet nur meist, daß sie — selbst Neu mann
nicht ausgenommen — gleichsam einen Zwang, diese Bezeichnung zu
verwenden, in gleicher Weise vorhanden sehen und den Ausdruck
„Grundbegriffe“ ebenso ruhig hinnehmen, wie es die Forscher halten,
die in diesem Punkte überhaupt nicht Farbe bekennen.
Soviel ist klar, in reiner Willkür, einmal unter diesem, dann wieder
unter jenem Bezug, so wird der Ausdruck „Grundbegriffe“ in der
Nationalökonomie sicher nicht verwendet. Die Vielverwendung, die
ruhige Sicherheit der Verwendung, der Widerspruch gegen die Ver
wendung, dies alles steht als Gegenbeweis aufl Am meisten aber die
Art, in der über Sinn und Geist dieser Bezeichnung ausgesagt wird.
Diesen Aussagen fehlt unverkennbar die Absicht, ihren Gegenstand zu
erschöpfen; sonst müßten sie den Zusammenhang, dem sie eingeflochten
sind, sprengen, um Abschluß und Einheit in sich selber zu suchen.
Sie gebärden sich doch mehr als bloße Beisteuern, mögen sie ihren