Full text : Wirtschaft als Leben

Über  die  „Grundbegriffe“  II.

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Gegenstand  noch  so  treffend  im  Kern  erfassen,  was  ja  hier  außer
Betracht  bleibt.  So  muß  etwas  in  Einheit  da  sein,  das  schon  vor
diesen  Aussagen  gegolten  hat,  unabhängig  von  ihnen  auch  weiter  gilt;
und  daran  nehmen  sie  gemeinsam  Anlehnung,  kreisen  wie  um  einen
ruhenden  Pol.
Kurz,  diese  Tatbestände  zwingen  den  Schluß  auf,  es  bestehe  in
her  Nationalökonomie  eine  allgemeine,  gleichsam  also  unpersönliche,  und
vom  Herkommen  getragene  Meinung  darüber,  wie  die  Bezeichnung
»Grundbegriffe“  zu  verstehen  sei.  Das  Herkommen  waltet  dabei  so,
haß  jene  Meinung  dauernd  zu  bestehen  weiß,  ohne  jemals  ausgesprochen
zu  werden.
Freilich,  daß  in  der  Nationalökonomie  Jeder  Jeden  verstehe,  wenn
Einer  dem  Anderen  von  „Grundbegriffen“  spricht,  scheint  ja  ein  Ding
her  plattesten  Erfahrung  zu  sein.  In  Wahrheit  ist  der  Sachverhalt  ein
wesentlich  anderer.  Erfahrung  spielt  hier  nur  in  einer  stumpfen  Weise
mit ;  nur  so,  daß  die  Erfahrung  eines  Mißverständnisses  ausbleibt!  Das
genügt  wohl,  um  jeden  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  Aussage  fernzuhalten, ­
  wenn  der  Bestand  jener  allgemeinen  Meinung  wirklich  ausgesagt ­
  wird;  und  so  kommt  hinterher  der  „gemeinplätzliche“  Eindruck
eser  Aussage  zustande.  Aber  sicherlich  ist  kein  Anreiz  für  unser
g enken  geboten,  wenn  nichts  geschieht,  als  daß  Erfahrung  ausbleibt.
^  ^ mu ssen  eben  doch  erst  irgendwie  Schlüsse  abrollen;  und  deshalb
lieh  ^  ^ e ^°^ en ’  i ene  Tatbestände  einmal  recht  zu  würdigen,  so  lächeruahe
  sie  uns  liegen.  Nur  so  kommt  man  dazu,  zunächst  den
achen  Bestand  einer  solchen  Meinung  zu  erfassen,  und  dann  erst
er steht  ganz  von  selber  die  Frage:  Was  macht  den  Inhalt  jener  unpersönlichen ­
  und  ungeschriebenen  Meinung  aus?

II.

Nach  dem  Inhalt  einer  Meinung  fragen,  die  vom  Herkom
getragen  wird,  führt  natürlich  erst  recht  einem  Gemeinplatz  entgegen,
allein  abermals  von  der  Art  dass  sich  unser  Denken  niemals  Rechenschaft ­
  darüber  ablegt.  Das  sind  eben  Dinge,  die  unserem  Auge  viel
zu  nahe  liegen;  so  nahe,  daß  wir  sie  immerzu  übersehen.  Wir  müssen
uns  daher  förmlich  zu  ertappen  suchen  bei  dieser  Meinung.
Angenommen,  die  Frage  tritt  von  ungefähr  an  uns  heran:  „Grün  -
begriffe“,  „was  ist  das?“  Und  nun,  wie  wir  uns  dazu  verhalten  —  a
ist  keinen  Augenblick  ein  Zweifel  möglich:  Wir  antworten  mit  einer
Aufzählung,  alle  Male!  Wir  zählen  es  augenscheinlich  auf,  was  w
            
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