Über die „Grundbegriffe“ V.
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sozusagen das Handwerkszeug des nationalökonomischen Denkens vorstellen
würden.
Nun spricht zwar schon diese flüchtige Schilderung dafür, aber die
näheren Umstände könnten es immer noch zutreffender erscheinen lassen,
wenn man diesen ganzen Sachverhalt so ausdrücken wollte, daß die National
ökonomie einen Bedarf an „Grundbegriffen“ habe. Was im besonderen
den letzteren Ausdruck betrifft, so würde er natürlich zur Erkenntnis des
Sachverhaltes gar nichts mehr beitragen. Er hätte nur die Bedeutung des
sprachrichtig hinzugewählten Namens; des Wortes also, das auf Grund einer
ganz unabhängig von ihm gewonnenen Erkenntnis durch das Sprachgefühl
herbeigerufen wird.
So entsteht die Vorstellung von einer möglichen Sache des
Namens „Grundbegriffe“. Ihr gegenüber nun die Bezeichnung „Grund
begriffe“. Diese Sonderung mag recht geschraubt erscheinen, und noch dazu
scheint alle Klarheit darüber ausgeschlossen, solange die Kritik nicht über
die Bezeichnung „Grundbegriffe“ ausgeredet hat. In einer bestimmten Hinsicht
wird es trotzdem möglich, jetzt schon das Eine zum Anderen ins Verhältnis
zu setz en; wobei zugleich erhellt, daß jene Sonderung unter Umständen von
recht wuchtigem Belang sein könnte.
Den Punkt, von dem aus ein scharfer Schnitt möglich wird, hat die
Kritik sachlich außer Zweifel gesetzt: Von der herkömmlichen Bezeichnung
»Grundbegriffe“ lassen sich bestimmte Worte einmal nicht wegdenken; die
r e > an denen man das so Bezeichnete aufzählen will. Diese Aufzählung
ja sogar das Einzige, was vom Boden des Herkommens aus über diese
zei(; bnung und ihren Gebrauch feststeht. Zieht man nun die mögliche
. ac he des Namens „Grundbegriffe“ in Betracht, so schlösse zwar auch diese
n sich, daß es zu einer vergleichsweisen Vielverwendung von Worten kommen
müßte. Damit aber mit dieser Sache von Haus aus bestimmte Worte, und
wesentlich und innig verknüpft wären, wie es für die Bezeichnung „Grund-
S n e kraft alles Herkommens gilt, müßte die Erkenntnis jenes Sach
verhaltes ungefähr von der Gestalt sein: „Diese und diese Begriffe, an diesen
s immten Worten — eben den Eingeborenen Fachausdrücken — vorweisbar,
müssen im nationalökonomischen Denken dauernd wach bleiben.“ Man sieht,
was für die herkömmliche Bezeichnung blind und unbedingt gilt, hängt für
le „Sache“ des gleichlautenden Namens schon an einer klar ersichtlichen
Bedingung 1
For Alie * n ’ CS * St zunl mindesten denkbar, daß sich jene Erkenntnis in der
^ rm ergibt. „I m nationalökonomischen Denken muß die so und so bestimmte
w 1 V ° n ^ e S r ’ffen dauernd wach bleiben.“ Dann lägen die Dinge
vorer^*^ anC ' erS ’ Sache des Namens „Grundbegriffe“ entspräche dann
er st gleichsam einem „weißen Blatt“; nicht bloß was den Inhalt, sondern