376
DÄXEMAKK. — Finanzen.
Im Frieden von Kiel, 14. Jan. 1814, musste das Erste an Schweden
abgetreten werden. Der König erhielt Schwedisch-Pommern als angeb
lichen Ersatz, überliess dasselbe aber an Preussen gegen Lauenburg und
1 Mill. Ihlr. an Geld. Die Versuche, die Elbherzogthümer vollstän
dig Dänemark einzuverleiben, führten 1804 zum Kriege mit Preussen und
Oesterreich und endigten mit dem Wiener Frieden vom 30. Oct. 1864,
durch welchen Dänemark die 3 Herzogthümer vollständig verlor (mit
Ausnahme der kleinen Insel Aaroe, wofür jütländ. Exclaven abgetreten
werden mussten).
Finanzen. Das ganze Finanzwesen muss in Folge des Verlustes der
Herzogthümer umgestaltet werden. In welcher Weise dies geschieht
ist zur Zeit der Abfassung der gegenwärtigen Abtheilung noch nicht fest
gestellt. Früher hatte man ein allgemeines Ileichsbudget für die allge
meinen Ausgaben und die dafür aufzubringenden Mittel, und daneben
3 Specialbudgets a. für das eigentliche Königreich, b. für Schleswig und
c. für Holstein. Daneben entstand noch ein viertes für die gemeinsamen
Bedürfnisse des eigentl. Königreichs und des mit diesem in ein engeres
V erhällniss gebrachten Schleswig (ohne Holstein). Der gesammte Rein
ertrag Lauenburgs floss in die allgemeine Gasse. — Da das Verhältniss
des früheren Reichsbudgets, welches nun von dem Königreich im engem
Sinn allein zu tragen ist, aber nothwendig sehr beschränkt werden muss,
noch völlig ungeordnet erscheint, so können wir zur Erläuterung nur die
vormalige Normirung angeben. Unterm 28. Febr. 1850 ward ein »Nor
malbudget« octroyirt, das bis zum Zustandekommen eines Gesetzes als
Grundlage für Repartirung der Steuerzuschläge dienen sollte. Für das
(am 1. April beginnende) Etatsjahr 18«%. war z. B. folgender Voran
schlag aufgestellt :
I. Gemeinschaftlicher Etat für alle L andestheile.
Einnahmen Thir. R.-Mze.
Ueberschüsse der Domänen . P74S,424
Lauenburg’s . 252,’b73
Westindien’s . 42,850
Zinsen der Staatsactiva . . 784,084
des üeresundfonds . P2(lo|üOO
Stempel, Schitff.-Abgabe, Zölle
u. and. indir. Auflagen . . 7’755,47î)
Post und Telegraph . . . 203,740
Classen-Lotterie .... 100,000
Verschiedenes 300,1 10
Zuschüsse der Landestheile zu
den gemeins. Kosten . . 4’200,000
Beitrag desKönigr. u. Schles
wig's zu d. Reichsrathskosten 35,000
Zus. 10’G8y,lOO
Ausgaben
Civilliste ....
Apanagen . . .
Geh. Staatsrath
Reichsrath . .
Staatsschuld .
Pensionen . . .
Ministerien . . .
d. Auswärt
d. Kriegs
d. Marine
^ - d. Finanzen
\ ersch. u. Ausserord
Unvorges. Ausgaben
Zus
Thlr. R.-blze«
800,000
308,800
00,400
35.000
5'730,400
1’307,500
230,725
4’270,200
r040,102
438,001
1’354,022
05.000
10’080,100
Den zur Deckung der «gemeinschaftlichen« Ausgaben fehlenden
Betrag (oben mit 4 200,000 Ihlr. in Einnahme gesetzt, d. h. mit weit
mehr als im »Normalbudget« bestimmt war) mussten die Hauptlandes-
theile in folgendem Verhältnisse aufbringen: das Königreich 02 Proc.,
Schleswig 16,30, Holstein 21,04 (von Lauenburg war der ganze Ein
nahmeüberschuss oben bereits einbezogen).