Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

in  bewußter  Tat  zu  verneinen  suche.  An  einem  schlichten  Beispiele
möchte  ich  Ihnen  zeigen,  wie  nationalökonomische  Theorie  möglich
ist,  ohne  die  alte  Weise  jener  „Lehren“  anzustimmen:  von  der
„Wirtschaft“,  vom  „Wert“  usw.  Eine  eigentliche  Darstellung  von
Ergebnissen  ist  in  diesem  Rahmen  nicht  möglich;  weder  in  bezug  auf
die  engere  Sache,  noch  in  der  Richtung  der  allgemeinen  Ansichten,
die  ihr  zur  Seite  treten.  Es  handelt  sich  rein  nur  um  einen  aufklärenden ­
  Vorstoß,  ohne  jede  Sicherung  der  Etappen.
Das  Problem,  von  dem  ich  ausgehe,  muß  Sie  bei  seiner  ersten
Aussprache  etwas  befremden.  Es  ist  mit  der  Aufgabe  eins,  die
Formeln  zur  Erkenntnis  des  Alltäglichen  zu  suchen.
Ich  bin  also  vor  allem  Aufschluß  schuldig,  was  unter  solchen  „Formeln“
zu  verstehen  sei.  Im  Äußeren  wird  dies  auf  eine  Erklärung  der  Ausdrücke ­
  hinauslaufen,  in  die  ich  das  Problem  bündig  fasse.  Dem  Wesen
nach  aber  handelt  es  sich  einzig  darum,  das  Problem  selber  zu
entwickeln.
Wenn  dies  geschieht,  wird  nicht  etwa  mit  Gedanken  ein  kurzweilig ­
  Spiel  getrieben.  Probleme,  wie  ich  sie  meine,  lassen  sich  in
einer  Erfahrungswissenschaft  nicht  erfinden.  Man  kann  sie  immer
nur  aufspüren.  Es  gelangt  das  Forschen,  das  bei  sich  selber  Einkehr
hält,  vor  Aufgaben  hin,  die  es  lösen  muß,  wenn  es  seinem  Berufe
genügen  will.  Meist  werden  es  Aufgaben  sein,  denen  das  Forschen
schon  nachgekommen  ist,  ehe  es  ihrer  recht  bewußt  war.  Einfach  um
sich  selber  zu  ermöglichen,  war  die  Forschung  zu  Leistungen  genötigt,
die  einer  Lösung  gleichkommen.  Nur  steht  zu  erwarten,  daß  solche
Lösungen  wider  Willen  und  Wissen  etwas  fragwürdig  sind.  Es  lohnt
immerhin  der  Mühe,  an  der  Hand  der  Probleme  die  Arbeit  zu
wiederholen.
Nun  einen  Blick  voraus  auf  meinen  Weg.  Die  Erkenntnis
des  Alltäglichen  will  ich  aus  einem  Gegensätze  deuten;  ich  stelle
sie  für  ihre  Erklärung  jener  Kenntnis  der  Alltäglichkeit  gegenüber, ­
  die  keinem  mangeln  kann.  Denn  wir  alle  sind  ja  in  der  Lehre
jenes  täglichen  Lebens,  dem  niemand  zu  entrinnen  wüsste.  Aus  dieser
Kenntnis  der  Alltäglichkeit  werde  ich  die  Erkenntnis  des  Alltäglichen
an  der  Hand  gewisser  Forderungen  ableiten,  die  sich  einfach  schon
aus  der  Natur  des  wissenschaftlichen  Denkens  ergeben.  Und  diese
Forderungen  sind  es,  die  sich  zu  unserem  Probleme  verweben.  So
hängt  im  Grunde  alles  an  der  Selbstbesonnenheit.  Wir  brauchen  uns
nur  auf  unser  Denken  zu  besinnen,  um  das  Problem  zu  finden,  und  so
wird  später  eine  einfache  Besinnung  auf  unser  Handeln  genügen,  um
das  Problem  zu  lösen.
            
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