Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes",

und  jenem,  was  nicht  alltäglich  ist,  zu  scheiden  wäre,  darüber  müßte
sich  unser  Denken  sofort  entzweien.  Jedoch  das  genaue  Gegenteil  tut
hier  not:  ein  sicherer,  eindeutiger  Ausgang  für  unser  Denken  1  Der
aber  liegt  mit  dem  Alltäglichen  als  Inbegriff  vor,  unabhängig  von
aller  Definition.  Nur  dieser  günstige  Umstand  erlaubt  es  ja,  unser
Problem  an  das  Alltägliche  anzuknüpfen;  wir  klammern  uns  an  dessen
unzweideutigen  Kern,  während  uns  das  Verschwimmen  der  Grenzen
gleichgültig  bleibt.  So  ist  es  wesentlich,  daß  wir  uns  wirklich  nur
diesen  losen  Inbegriff  von  erlebtem  Geschehen'  Vorhalten;  der  zwar
nichts  Greifbares  besagt,  und  von  dem  ich  nun  erst  erwägen  will,  wie
er  uns  im  einzelnen  begreifbar  wird,  der  uns  aber  trotzdem  so  vertraut, ­
  so  ganz  außer  Zweifel  und  Mißverständnis  ist,  weil  wir  mit
unserem  ganzen  Tun  und  Treiben,  mit  unserem  ganzen  Wohl  und
Wehe  in  diesem  Inbegriff  das  Inbegriffene  sindl
Umschreiben  läßt  sich  dieser  Inbegriff  allerdings;  z.  B.  als  das
Ganze  des  mehr  oder  minder  nüchternen,  hausbackenen  Geschehens
durch  uns  und  rings  um  uns,  mit  dem  in  nie  aussetzendem  Flusse  aus
dem  Gestern  das  Heute  und  aus  dem  Heute  das  Morgen  wird.  Derlei
Umschreibung  erläutert  wohl  die  Sache,  bei  der  wir  einsetzen.  Aber
schon  zum  Überfluß;  so  wenig  verbindlich  solche  vorausgeworfene
Erläuterung  ist,  in  diesem  Fall,  so  wenig  sind  wir  zu  ihr  verbunden.
Wir  sind  uns  einmal  dieser  Sache  viel  zu  gewiß,  als  daß  sie  erst  eindeutig ­
  würde,  sofern  wir  ihren  Namen  scharf  und  gültig  definieren.
Auch  weiterhin  bleiben  die  Gefahren  der  worterklärenden  Definition ­
  vermieden.  Vom  Alltäglichen  aus  führt  uns  eine  sachliche
Erwägung  vor  jene  Kenntnis  der  Alltäglichkeit  hin,  an  die  sich  unser
Problem  des  näheren  knüpft.  Wir  erwägen  da,  wie  sich  unser  Denken
zu  jener  Sphäre  der  erlebten  Gemeinplätze  verhält.  Dazu  sei  nun  in
aller  Einfalt  ein  Vergleich  gezogen,  zwischen  gewissen  Vorkommnissen
des  Alltags  und  gewissen  Erscheinungen  der  Natur.  Der  Vergleich
aber  rechtfertigt  sich  aus  dem  Umstande,  daß  es  hüben  und  drüben
auf  ein  vielartiges  Geschehen  ankommt,  von  jenem  innigen  Zusammenhalte, ­
  als  ob  jedes  Eine  um  Aller,  und  Alle  um  jedes  Einen  willen
da  wären.
Ein  Mehrerlei  des  Geschehens,  das  sich  wechselseitig  bedingt,
unserem  Denken  also  gegliedert,  „organisiert“  erscheint,  das  steht  in
der  Tat  bei  jedem  tierischen  oder  pflanzlichen  Organismus  in  Wirklichkeit. ­
  Aber  hier  durchblicken  wir  die  Gliederung  im  Geschehen
doch  nur  soweit,  als  wir  mit  Absicht  beobachtet  und  über  das  Beobachtete ­
  nachgedacht  haben;  wobei  wir  natürlich  die  Früchte  der
gleichen  Bemühung  Anderer  nutzen.  Von  Haus  aus  erscheinen  diese
            
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